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Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute




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Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon enterbter » 25.04.2019, 01:28

Nicht wundern: Ich schildere dies als fiktiven Fall, da direkte Rechtsberatung juristisch teilweise grenzwertig sein kann.:


A hatte an einem Sonntag Morgen einen Brandschaden.
Ein Klassiker. Topf mit Fett hat auf Herd Feuer gefangen während A auf Toilette war.
Topf, Dunstabzugshaube und benachbarte Küchenschränke brannten.
Sohn von A hat Brand mit Pulverlöscher gelöscht.
Das Löschpulver hat sich bis in den 1. Stock ausgebreitet.
Versicherung wird ca. 20 Minuten nach Löschung verständigt.
A hat alle Versicherungen die ein braver Bürger so hat bei dieser Gesallschaft .
A meldet alle 20 Jahre einen Fall, der auch genauso geschildert wird wie er ablief.
Tag des Brandes Sonntag.

Montags kommt der Chef einer von der Vers. beauftragten spezial Reinigungsfirma.
Macht Fotos im ganzen Haus, vermisst Haus.
Er meint A und Sohn müssten für 3 Monate ausziehen, während Fachfirma Reinigung durchführt (Abtransport der beweglichen Güter/Hausrat)

Dienstags kommt sehr freundlicher Mann von der Versicherung.
Macht Fotos im gesamten Haus.


Sohn von A ruft Hersteller des Feuerlöschers an. Chemiker des Herstellers sagt
Löschpulver sei nicht giftig.

Mittwochs kommt von der Vers. beauftragter Sachverständiger X.
Macht Fotos im gesamten Haus. Macht mit dem Finger "Schleckproben" an Wänden und Schränken, meint es wäre Salzsäure und sagt man müsse sofort dort raus weil es extrem giftig sei. Er habe Kopfweh verlangt nach Wasser. Er möchte eine Auflistung der nicht mehr verwendbaren Küchenuttensilien/Gewürze etc. (marginaler Betrag).
Sohn von A meint er hätte mit dem Hersteller des Löschers telefoniert und man sagte ihm das Pulver sei ungefährlich. X reagiert komisch meint er wolle mit dem Hersteller sprechen.

Folgender Montag: Sachverständiger X meint nun er hätte von der Firma des Feuerlöschers noch nichts klärendes gehört, räumt aber ein dass das Pulver nicht giftig sei.
Er meint darüberhinaus, dass die Fachfirma die schon da war nicht ausreicht um den Schaden zu reinigen. Er will jetzt eine andere Schadensbeseitigungs-Fachfirma (eventuell gute Bekannte) und einen Chemiker zu Rate ziehen.

Es sollen also nochmal 4 Leute (Sachvers. X + 2x Fachfirma + Chemiker) bei A
aufkreuzen.

A hat darauf gar keinen Bock.

Plan der Beauftragten ist weiterhin der Abtransport der beweglichen Güter und Umsiedlung/Deportation der Anwohner für 3 Monate in eine Ferienwohnung.

A hat darauf überhaupt keinen Bock.

Fazit:
Es waren schon 3 Leute dort, die überall Fotos gemacht haben.
A möchte keinen weiteren Besuch von irgenwem Fremden.
A möchte von ihrer Vericherung den Betrag X um den Schaden mit Hilfe von
IHR beauftragten Firmen zu bereinigen.

Frage: Kann die Verisicherung jetzt immernoch diverse Unbekannte beauftragen bei A aufzukreuzen, Fotos und Abstriche zu machen?

Oder hat A mehr als genug das Recht zu sagen, dass schon genug Leute da waren und Fotos gemacht worden sind, um den Schadensumfang zu bemessen und von ihrer Versicherung den Betrag X einfordern, um in ihrem Interesse und Eigenverantwortung ihren Schaden regulieren zu lassen?

Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten in tiefem Respekt.
enterbter
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon VMHB » 25.04.2019, 23:48

Hallo....

Wo ist denn bloß der Vermittler der Versicherung, der hilfreich zur Seite steht?

Zum Sachverhalt:

Der Geschädigte muss genau so viele Sachverständige oder Gutachter „ertragen“, die zur Schadensfeststellung nötig sind.
Worauf er dabei „Bock“ hat, ist völlig irrelevant.

Wie viele Versicherungen er bei dieser Gesellschaft hat und wie viele Schäden gemeldet worden sind, ist ebenfalls (maximal) irrelevant.

Wenn offensichtlich erkennbar ist, dass sich die Schadensfeststellung und somit auch die Regulierung zeitlich zu sehr in die Länge zieht, gibt es folgende Möglichkeiten:

1.
Einschaltung des Ombudsmann (dauert lange)

2.
Hinzuziehung eines Rechtsbeistandes (kostet Geld)

3.

Ein sachliches, vorwurfsfreies Gespräch mit dem Sachbearbeiter der Versicherung und der Frage wie viele Gutachten noch benötigt werden (kostet nix, bringt in höflicher! Form vorgebracht oftmals viel)

Der/die Geschädigte hat keinesfalls das Recht, eigenständig Firmen zur Wiederherstellung des Schadens zu beauftragen.
Geschweige denn einen Betrag X festzulegen und zu verlangen.


Sollte sich im Verlauf der Schadensfeststellung herausstellen, dass ein vorübergehender Auszug aus der Wohnung zur Schadenbeseitigung notwendig ist, sollte dem auch Folge geleistet werden.

Hierzu schaue man in die Bedingungen unter „Hotelkosten“, um festzustellen, welcher Betrag pro Tag für ein Hotel oder ähnliche Unterbringungsarten gezahlt werden würde.

Verweigert man die im Sinne der Versicherung (und eben nicht die im Sinne des Geschädigten) vollständige Wiederherstellung der Wohnung und möchte entsprechend nicht vorübergehend ausziehen, ist „Stress“ beim nächsten Schaden vorprogrammiert.

Sollte der/dieGeschädigte mit einem Gutachten nicht einverstanden sein, hat er in der Regel die Gelegenheit, selber einen Gutachter zu beauftragen.

Die genauen Regelungen dazu und die Aufteilung der entsprechenden Kosten sind ebenfalls dem Bedingungswerk der entsprechenden Versicherung zu entnehmen.
Siehe „Sachverständigenverfahren“.

Auch hier sollte strikt und einzig nach Bedingungswerk vorgegangen werden. Alleingänge in Form einer Beauftragung eines anderen Sachverständigen sind unnötige Zeit- und Geldverschwendung.


Zu guter letzt:

Es gibt nur eine Rechtsberatung.
Diese kann nicht indirekt erfolgen.

Meine Beiträge stellen eine Hilfe zur Selbsthilfe dar.
Dies ist weder eine Rechtsberatung noch ein Surrogat dessen.


Beste Grüße

VMHB
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon enterbter » 26.04.2019, 01:10

Zunächst vielen Dank für ihre Antwort!

Der "Vermittler" ist gerade im Urlaub und der Fall wurde an eine andere Stelle übertragen.

Der/die Geschädigte hat keinesfalls die Absicht, eigenständig Firmen zur Wiederherstellung des Schadens zu beauftragen, bevor die Ermittlung der Schadenshöhe und die Leistungszusage der Versicherung erfolgt sind. Auch ist nicht geplant/geschehen eigene Gutachter hinzuzuziehen.

Zitat: "Sollte sich im Verlauf der Schadensfeststellung herausstellen, dass ein vorübergehender Auszug aus der Wohnung zur Schadenbeseitigung notwendig ist, sollte dem auch Folge geleistet werden.

Verweigert man die im Sinne der Versicherung (und eben nicht die im Sinne des Geschädigten) vollständige Wiederherstellung der Wohnung und möchte entsprechend nicht vorübergehend ausziehen, ist „Stress“ beim nächsten Schaden vorprogrammiert."

Die Geschädigte ist alleinige Eigentümerin der Immobile und Versicherungsnehmerin.
Sie besitzt das alleinige Hausrecht. Noch sind wir hier hoffentlich nicht soweit dass eine Versicherung eine Hauseigentümerin zwingen kann ihr Haus zu verlassen, oder gibt es da neue
Gesetze?


Ich habe ein neues Thema eröffnet, welches weniger umfänglich ist und die Kerfrage auf den Punkt bringt.

Ich würde mich freuen, wenn sie (aber auch alle anderen kompetenten Mitleser) darauf antworten
würden.

Hier der Verweis zu dem Thema:
http://www.versichertenforum.com/zahlt-versicherung-nur-schaden-wenn-durch-beautragte-firma-t2654.html?sid=14c98b521c9827160b440249ddca35ac
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon VMHB » 26.04.2019, 10:31

Hallo...

Ich habe ihr zweites Thema hierher verschoben:

Kann A verlangen, dass er den Betrag des Kostenvoranschlages persönlich erhält und sich selbst (mit Hilfe von eigenständig beauftragten Firmen) um die Beseitigung des Schadens kümmert,
oder hat die Versicherung das Recht darauf zu bestehen, dass die Firma die vor Ort war den Schaden beseitigt und ansonsten die Zahlung verweigert?


Nein, können Sie nicht.
In der Hausratversicherung besteht grundsätzlich nur ein Anspruch auf Ersatz der tatsächlich entstandenen Kosten. Eine fiktive Abrechnung, d.h. eine Abrechnung nach Kostenvoranschlag ist grundsätzlich nicht möglich. Maßgeblich sind insoweit die Allgemeinen Hausratversicherungsbedingungen.
Es steht Ihnen aber frei, mit dem Versicherer auszuhandeln, ob nicht eine andere Firma den Schaden beseitigen kann. Dies wird dann wohl eine Frage der Kosten sein.

Grundsätzlich muss ein Hausrat-Versicherer nur die tatsächlich entstandenen Kosten ersetzen.




Die Geschädigte ist alleinige Eigentümerin der Immobile und Versicherungsnehmerin.
Sie besitzt das alleinige Hausrecht. Noch sind wir hier hoffentlich nicht soweit dass eine Versicherung eine Hauseigentümerin zwingen kann ihr Haus zu verlassen, oder gibt es da neue
Gesetze?


Sie haben mich nicht verstanden. Keiner kann Sie zwingen, Ihre Wohnung zu verlassen.
Außer Sie verstoßen damit gegen behördliche oder gesetzliche Vorschriften.

Der Sinn einer Hausratversicherung besteht in der Wiederbeschaffung und Wiederherstellung
beschädigter Sachen in gleicher Art und Güte.
Sollte also eine Wiederherstellung der Wohnung, sprich die Sanierung der mit Löschpulver beschädigten Wohnungseinrichtung bzw. Wände nur durch entsprechenden vorübergehenden Auszug möglich sein, sollte dies auch getan werden.

Unterlassen Sie das, begehen Sie eine sogenannte Obliegenheitsverletzung.
=> Der Versicherungsnehmer hat Weisungen des Versicherers zur Schadenminderung, sofern zumutbar, zu befolgen.

Die Zumutbarkeit wäre hier theoretisch zu prüfen, allerdings sehe ich diese wohl als gegeben an.

Sofern also theoretisch die Reinigung respektive Entfernung der Löschpulverreste unterbleibt, wird der Versicherer in einem nächsten Schadenfall immer die Kausalität prüfen.

Sprich, haben die Löschpulverreste einen neuen Schaden in irgend einer Art begünstigt oder "unterstützt" (z.B. Wasserschaden, Wasser vermischt sich mit den Resten und bedingt dadurch einen höheren Schaden)

Der Versicherer wäre dann für diesen Folgeschaden theoretisch mindestens teilweise leistungsfrei.


Beste Grüße

VMHB
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon enterbter » 26.04.2019, 12:31

Ein herzliches Dankeschön für ihre Antwort!

Nun treten weitere Fragen auf, die aber nicht umfangreich oder für sie schwierig zu beantworten sind.

Zunächst stelle ich klar, dass seitens der Geschädigten ein Auszug und/oder ein Abtransport der Gegenstände nicht zur Debatte stehen. Beides wird von ihr kathegorisch abgelehnt.
Die Fachfirmen möchten aber beides.

Damit begeht die Geschädigte wahrscheinlich/eventuell eine Obliegenheitsverletzung.
Frage 1:
Kann diese geheilt werden, wenn die Geschädigte nach Beseitigung des Schadens ihrerseits,
der Versicherung erlaubt einen Gutachter zu schicken, um sich von einer zufriedenstellenden Beseitigung zu überzeugen?


Nun zu den Kosten:
Angenommen der Kostenvoranschlag der Fachfirma, die die Versicherung beauftragt hat, beläuft sich auf 50t€.

Die Geschädigte beauftragt und bezahlt selber Fachfirmen, die den Schaden tatsächlich für
20t€ regulieren.
Frage 2:
Kann die Geschädigte ihre Kosten bei der Versicherung geltend machen?

Frage 3:
Kann sich die Versicherung weigern die Kosten zu erstatten, weil sie behauptet, dass es nicht sachgemäß gemacht wurde, auch wenn die Geschädigte der Versicherung gestattet einen Gutachter zu schicken, der sich von der Fachgerechten Instandsetzung überzeugt?

Anbei möchte ich meine Dankbarkeit ausdrücken, dafür, dass sie sich die Zeit nehmen und für mich wichtige Fragen kompetent beantworten.
Das hilt mir sehr!
enterbter
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon VMHB » 26.04.2019, 14:28

enterbter hat geschrieben:
Kann diese geheilt werden, wenn die Geschädigte nach Beseitigung des Schadens ihrerseits,
der Versicherung erlaubt einen Gutachter zu schicken, um sich von einer zufriedenstellenden Beseitigung zu überzeugen?

Wer bezahlt denn dann die Beseitigung? Sie? warum?
Möglich, dass der Versicherer sich darauf einlässt. => dort nachfragen




Nun zu den Kosten:
Angenommen der Kostenvoranschlag der Fachfirma, die die Versicherung beauftragt hat, beläuft sich auf 50t€.

Die Geschädigte beauftragt und bezahlt selber Fachfirmen, die den Schaden tatsächlich für
20t€ regulieren.
Frage 2:
Kann die Geschädigte ihre Kosten bei der Versicherung geltend machen?

In Absprache mit der Versicherung vielleicht => Versicherer fragen

Frage 3:
Kann sich die Versicherung weigern die Kosten zu erstatten, weil sie behauptet, dass es nicht sachgemäß gemacht wurde, auch wenn die Geschädigte der Versicherung gestattet einen Gutachter zu schicken, der sich von der Fachgerechten Instandsetzung überzeugt?

Gut möglich, aber von meiner Seite aus nicht zu beantworten.




Ein kleiner Rat noch. Nicht-Kooperation mit Versicherungsgesellschaften in der Schadenregulierung führt i.d.R. zu Nicht-Erstattung bzw. Problemen.
Eigens beauftragte Gutachter und Firmen ebenso.


Beste Grüße

VMHB
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon enterbter » 26.04.2019, 20:26

Zunächst wieder einmal Vielen Dank!
Wer bezahlt denn dann die Beseitigung? Sie? warum?

Die Geschädigte zahlt selbst, wenn vorab keine Zahlung der Versicherung erfolgt, da ja die Fachfirmen der Vers. einen Auszug/Abtransport bedingen die nicht zur Debatte stehen.

Sollte nur der Brandschaden (neue Küche/resp. Restwert) gezahlt werden, so werden im Anschluss sowieso alle Versicherungen (2x KFZ, Hausrat, Gebäude und und und ) bei dieser Gesellschaft
gekündigt, und ich werde dann noch einiges an Zeit investieren den Fall mit Namensnennung der Versicherung in diversen Foren/Bewertungportalen schildern.

Die Versicherte spart der Gesellschaft ja schließlich einen Haufen Geld, weil sie nicht für 3 Monate in eine Ferienwohnung zieht (2 Personen) und keine Spezialfirma ran lässt, sonder viel in Eigenleistung und mit Hilfe günstigerer Firmen reguliert.
Eigentlich sollte das von der Versicherung mit Dankbarkeit angenommen werden.

Die Obliegenheistpflicht ist wie sie sie geschildert haben hier prinzipiell ein Knackpunkt.
Eine Erweiterung des Schadens oder Folgeschäden sind aber unrealistisch.
Ich verstehe aber wenn eine Versicherung sich auch gegen unrealistische Möglichkeiten absichern möchte.
Jedoch finde ich nur folgende Obliegenheispflichten des Versicherungsnehmers, die unsererseits alle erfüllt wurden:

Obliegenheit – Obliegenheiten im Schadenfall

Im Schadenfall hingegen hat ein Versicherungsnehmer andere Obliegenheiten, welche er zu beachten hat:

Anzeigepflicht (Brand wurde 15min nach Geschehen gemeldet.)
Informationspflicht (wahrheitsgemäß erfüllt)
Schadenbegrenzungspflicht (durch selbstständiges Löschen des Brandes erfüllt)

Tritt ein Schaden ein, so hat ein Versicherungsnehmer seinen Versicherer unverzüglich darüber zu informieren. Erfolgt die Meldung erst später, so ist der Versicherer nicht mehr zu einer Leistung verpflichtet [AG München, 08.11.2007, 223 C 1445/07]. Zu dieser Informationspflicht gehört aber nicht nur die Meldung eines Schadens, sondern auch die Beschreibung des Hergangs des Schadeneintritts sowie die Mitteilung, in welcher Höhe dieser festzulegen sind. Gegebenenfalls muss hierfür ein Gutachten erstellt werden.

Zur Anzeigepflicht zählen auch das korrekte und wahrheitsgemäße Ausfüllen eines Schadensfragebogens [OLG Nürnberg, 18.04.1996, 8 U 187/96] sowie das Einreichen von richtigen Rechnungen. Und zwar ausschließlich richtige Rechnungen: bereits das Einreichen einer einzigen falschen Rechnung führt zum Verlust des gesamten Versicherungsschutzes [LG München I, 16.11.2006, AZ 34 S 521/06].

Doch ebenso von Bedeutung ist die Pflicht zur Schadenbegrenzung sowie zur Minderung des Schadens.



Können sie mich auf eine Seite verweisen, auf der umfangreichere Obliegenheitspflichten aufgeführt sind?

Danke!
enterbter
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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon VMHB » 26.04.2019, 21:20

Es gibt keine umfangreicheren Obliegenheitspflichten. Es gibt nur Obliegenheitsverletzungen gemäß ihren Versicherungsbedingungen.

Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber:

Die Versicherung hat noch keinen Cent reguliert und sie überlegen schon, den Anbieter öffentlich zu diskreditieren.
(was im übrigen in diesem Forum nicht passieren wird)

Das die Erwartungshaltung eines Kunden in punkto Regulierung oftmals nicht mit den Versicherungsbedingungen per definitionem überein stimmt, ist normal.

Sich gegen durchaus übliche Regulierungspraktiken geschweige denn festgelegte Versicherungsbedingungen zur Wehr zu setzen, diese nicht zu akzeptieren und dabei lieber zum „Gegenschlag“ auszuholen, ist dann eher nicht mehr normal.

Ich habe von Beginn an angeraten, in Kooperation zu treten, aber offensichtlich scheint hier ein enormes Frustpotenzial vorhanden zu sein beziehungsweise die Nichtakzeptanz von Bedingungen im Vordergrund zu stehen.

So entstehen im übrigen die immer wieder gleich lautenden Vorurteile, dass Versicherungen sowieso nie zahlen und immer Probleme machen.

Dabei wird gerne vergessen, dass ein Vertragsinhalt von beiden! Parteien zu erfüllen ist.

Daran ändert auch die teilweise abstrakte Erwartungshaltung des Kunden nichts.

Und ob sie nun ihre anderen bestehenden Versicherungen kündigen, interessiert den Versicherer gelinde gesagt einen „Dreck“.

In der Regel ist man aber beim nächsten Versicherer fünf mal besser aufgehoben weil dort ja „sowieso immer alles anders und besser“ ist.

Das ganze bleibt dann bis zu einem Schadenfall, bestenfalls ohne korrekte Angabe von Vorschäden, abzuwarten :-)



Thema von Mod geschlossen.


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Re: Brandschaden und Versicherung schickt tausend Leute

Beitragvon enterbter » 26.04.2019, 22:38

Ich zeige hier lediglich die Konsequenzen auf.
Dass sie persönlich einen anderen Blick auf die Dinge haben ist nur gut.
Ich glaube, dass gerade dafür solche Foren wichtig sind, um Differenzen von Erwartung und Realität zu nivellieren.

Ich werde mir die Vertragsbedingungen genau durchlesen.

Danke, dass sie konsequent auf die Frage auf erweiterte Obligenheitspflichten im Allgemeinen
hingewiesen haben.

Und ja, es liegt ein riesen Frustpotential vor, und das, ohne dass die Sache erst richtig ins Rollen gekommen ist, und ich sage ihnen gerne warum:

Die Geschädigte hat sich bereits Ticks zugelegt und isst kaum noch etwas, weil sie vom "Sachverständigen" so unter Druck gesetzt und angerauntz wurde.
Sie fühlt sich in ihren Besitz/Persönlichkeitsrechten beschnitten und das ist eventuell nachvollziehbar. Der "Sachverständige" lügt offensichtlich. Er hat fast täglich mit solchen Schäden zu tun und weiß genau, dass in Pulverlöschern keine Salzsäure ist.
Er spielt gezielt mit der Angst der Leute. Die Motive werde ich nicht erörtern.
Es ist höchst unredliches Verhalten Seinerseits und erinnert mich fast schon an Gustl Mollat.

Ich würde mich freuen, wenn wir trotzdem weiterhin kontextbezogen Fragen/Erkenntnisse austauschen können.

Ich denke, dass wir auf einem ausreichendem Niveau argumentiern und uns bisher nicht perönlich beleidigt haben.
enterbter
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