Nach dem Orkan – welche Versicherung zahlt?

Nach dem Orkan – welche Versicherung zahlt?

Am 09.06.2014 entlud sich über Nordrhein-Westfalen ein gewaltiges Unwetter. Der Bahnverkehr lag zeitweise lahm und eine Autobahn musste gesperrt werden. Insgesamt starben sechs Menschen! Am Nachmittag zog das Unwetter über die Niederlande und Belgien bis nach Deutschland hinein. Es wurde von Orkanböen begleitet, die eine Orkanstärke von bis zu 150 Stundenkilometern erreichten. Dabei wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, die auf Straßen und Autos geschleudert wurden.

Schäden an Haus und Hausrat

Verbraucherschützer raten, dass sich von Unwetterschäden betroffene Bürger umgehend an ihre Versicherung wenden. In der Regel haften Kasko-, Gebäude- und Hausratversicherungen. Stürmisch ist es nach den Bedingungen der Versicherungen bereits ab Windstärke acht, was einer Geschwindigkeit von 62 bis 74 Stundenkilometern entspricht.

Gebäudeschäden, die durch umgestürzte Bäume, Masten oder Schornsteine entstanden sind, ersetzt die Wohngebäudeversicherung. Folgeschäden, die etwa durch Schäden am Dach oder durch eingeschlagene Fensterschäden entstanden sind, sind ebenfalls mit abgedeckt. Allerdings muss der Versicherungsnehmer den Schaden eindämmen, etwa durch das Abdichten des Dachs mit Plane. Schäden durch Überschwemmungen und Hochwasser sind hingegen nicht versichert. Hier haftet die Versicherung nur dann, wenn eine Zusatzversicherung für Elementarschäden besteht.

Schäden an der Wohnungseinrichtung werden von der Hausratversicherung übernommen. Dies gilt aber nur für die Gegenstände, die in einem Gebäude untergebracht waren, das vom Sturm beschädigt wurde. Geht beispielsweise ein Fenster zu Bruch und beschädigt dabei Geschirr, übernimmt die Hausratversicherung die Kosten des Geschirrs. Beschädigte Türscheiben und Fenster sowie die Kosten für eine Notverglasung, ersetzt nur eine zusätzliche Glasversicherung, die mit der Hausratversicherung gemeinsam abgeschlossen werden kann.

Schäden an Personen und am Auto

Die Krankenversicherung übernimmt die Behandlungskosten von Verletzungen, die betroffene Personen durch ein Unwetter erleiden. Bei dauerhaften Schäden ist die private Unfallversicherung in der Zahlungspflicht. Schleudert ein Sturm Bäume, Äste oder Dachziegel auf ein geparktes Auto, muss die Teil- oder Vollkaskoversicherung des Autohalters zahlen. Hierbei ist nur der Zeitwert des Wagens versichert und nicht der Neuwert. Verursacht der Fahrer durch einen Fahrfehler einen Unfall – auch wenn dieser durch den Sturm bewirkt wurde – tritt hier die Vollkaskoversicherung für den Schaden ein. Voraussetzung ist allerdings, dass keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Alle Schäden sollten notiert und möglichst mit Fotos dokumentiert werden. Hilfreich sind Kopien der Kaufbelege. Verbraucherschützer raten, gemeinsam mit den Nachbarn die Schäden zu protokollieren.

Bildquelle: © deejaymd – Fotolia.com

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)