Rente und Altersvorsorge: Das bleibt übrig

Rente und Altersvorsorge: Das bleibt übrig

rentner - Huskyherz - pixabayDas derzeitige Zinstief belastet die private Vorsorge im Alter schwer – eine Analyse des Handelsblattes bringt zutage, wie karg die private Vorsorge tatsächlich ausfällt. Die Ergebnisse sind alarmierend!

Positive Rendite erst ab 24. Sparjahr!

Seit dem 01. Januar 2015 können Verbraucher, die auf eine gute Versorgung im Alter sparen, ihre Augen nicht mehr vor der Realität verschließen: Seit Jahreswechsel garantieren Versicherer neuen Kunden lediglich einen Zins von 1,25 Prozent bei klassischen Policen. Wie hart diese Kürzungen tatsächlich sind, hat das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Morgen & Morgen aufgedeckt.

Neue Versicherungs-Kunden, die monatlich 100 Euro in eine klassische Lebensversicherungspolice einzahlen, müssen ab sofort 23 Jahre lang sparen, um bei den garantierten 1,25 Prozent eine positive Rendite zu erzielen. Dies war früher bereits nach 12 Jahren erreicht! Zwar bieten Versicherer mehr als die garantierte Rendite, doch im schlimmsten Fall fallen die Überschüsse weg und es wird lediglich der Garantiezins gezahlt. So etwas ist allerdings bislang noch nie passiert, aber die Luft auf dem Markt wird zunehmend dünner.

Nur langfristige Lebensversicherungen lohnen

Versicherer erzielen derzeit im Schnitt eine laufende Verzinsung von 3,15 Prozentpunkten. Doch in den letzten drei Jahren sank dieser kontinuierlich. Das liegt daran, dass Neuanlagen kaum mehr Zinsen einbringen und die Versicherer aus den Überschüssen Reserven bilden müssen. Daher sinkt die Rücklage der Überschussbeteiligungen. Experten gehen davon aus, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren andauern wird. Und da das so ist, verlieren Lebensversicherungen für renditebewusste Anleger stark an Attraktivität. Jahrelang zählte die Lebensversicherung für Bundesbürger als gutes Vorsorgeprodukt: 2013 gab es rund 76 Millionen Policen in Deutschland. Die Statistik von Morgen & Morgen zeigte jedoch, dass nach zwölf Jahren nur zwei der 34 untersuchten Anbieter eine Beitragsrendite garantierten, wenn alle anderen Überschüsse wegfallen.

Dementsprechend niedrig fällt auch die garantierte Rente aus. Weniger als 50 Prozent der eingesetzten 100 Euro würde der Sparer nach zwölf Jahren einsparen monatlich ausgezahlt bekommen. Und nur mit Überschüssen sieht das Ganze besser aus: Dann könnte der Sparer eine Rendite von 1,72 Prozent erwarten oder anders ausgedrückt mit einer monatlichen Rente von 57 Euro rechnen. Somit ist eine Lebensversicherung als Altersvorsorge nichts für kurze Laufzeiten. Mindestens zwanzig Jahre, besser noch 30 Jahre, sollten Versicherungsnehmer für eine gute Vorsorge einplanen. Immerhin schafften es 17 von 39 Policen in der Analyse einen Beitragserhalt zu garantieren, wenn die Laufzeit 20 Jahre beträgt.

Bei einer Laufzeit von 30 Jahren können nur drei von 39 Anbietern nicht den Erhalt der Beiträge zusichern. Nur mit dem Garantiezins liegen hier die Beitragsrenditen bei 0,24 Prozent und der Rentenanspruch liegt mit Mindestanspruch bei monatlichen 121 Euro. Daher raten Experten dazu, vor Abschluss einer neuen Police den Markt zu vergleichen.

Bildquelle: (cc) Huskyherz – pixabay.com
Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)