Rentenversicherung: Kaum jemand stockt auf

Rentenversicherung: Kaum jemand stockt auf

RentnerDas Angebot für einen gleitenden Übergang in die Rente wird nur sehr schleppend bis kaum angenommen. Bis Ende 2013 haben sich lediglich 1.624 sozialversicherungspflichtige Deutsche für eine Teilrente entschieden – 0,3 Prozent der Rentenzugänge. Für die Weiterarbeit ohne Rentenbezug über die Regel-Altersgrenze hinaus nur 2.000 Personen. Dabei macht eine Aufstockung in Niedrigzinszeiten durchaus Sinn.

Wirkung der Zu- und Abschläge weitestgehend unbekannt

Gemäß den Rentenexperten sind vielen Bundesbürgern die Auswirkungen der Zu- und Abschläge auf den vollen Rentenanspruch unbekannt. Der volle Bezug wird im Alter von 65 Jahren und vier Monaten erreicht. Eine Aufstockung der Beiträge kann aber durchaus mit anderen kapitalgedeckten Anlageformen mithalten. Außer einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Aufschlag von 0,5 Prozent bei einer Weiterarbeit machen sich fehlende oder zusätzliche Rentenentgeltpunkte gut bemerkbar. In der Rentenkasse gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um Nachzahlungen zu leisten:

  • schulische Ausbildungszeiten
  • anrechenbare Kindererziehungszeiten

Sehr interessant ist auch der Ausgleich von Rentenabschlägen bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme einer Altersrente. Im Gegensatz zu einer Rentenversicherung wird bei der gesetzlichen Rente der höhere Anspruch dynamisiert. Da diese Regelung allerdings sehr komplex ist, wird der Gang zur Rentenberatungsstelle empfohlen.

Erwerbstätigenquote steigt aufgrund guter konjunkturellen Entwicklung

Aufgrund der schon länger andauernden guten konjunkturellen Entwicklung und dem Auslaufen von Frühverrentungsmodellen stiegen die Erwerbstätigenquoten ohne Berücksichtigung von Arbeitslosen in sämtlichen Altersgruppen. So nahm im Zeitraum von 2008 bis 2013 die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen im Alter von 65 Jahren und älter alleine um 45,6 Prozent zu. Auffällig: Vor allem Menschen mit guter Bildung nutzen die Chance auf Weiterarbeit.

Nur selten nutzen die Bundesbürger allerdings die Möglichkeit, die Rente über die Regel-Altersgrenze hinaus aufzuschieben und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung beizubehalten. Wer nur eine niedrige Altersrente erhält, kann diese mit der staatlichen Grundsicherung aufstocken. Dabei nimmt der Staat die Kinder der Betroffenen nicht in die Haftung.

Rund 400.000 Rentner ab 65 Jahren und drei Monaten erhalten derzeit die Grundsicherung im Alter – in der Regel zusätzlich zu ihrer Rente. Im Grunde nach handelt es sich hierbei um eine Form der Sozialhilfe.

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