Versicherung zahlt 12 Mio. für Flughafen-Nichteröffnung

Versicherung zahlt 12 Mio. für Flughafen-Nichteröffnung

Flughafen LandebahnDer Pannenflughafen Berlin ist noch immer nicht eröffnet, verdient aber trotzdem kräftig: 12 Millionen Euro hat eine Haftpflichtversicherung gezahlt – die höchste Entschädigung, die bislang floss. Die D&O-Haftpflichtversicherung (Directors-and-Officers), über die der Flughafen-Manager Rainer Schwarz und Bau-Geschäftsführer Manfred Körtgen versichert waren, hat diese Summe gezahlt.

Riesendeal für die FBB

Anscheinend ist die Versicherungszahlung deutlich höher, als das was die Betreiberfirma bislang wegen der Nichteröffnung selbst an betroffene Unternehmen oder Airlines zahlte. Und auch mehr, was als Entschädigung an Schwarz wegen einer ungültigen Kündigung zu zahlen war. Denn das Landgericht erklärte dessen Entlassung im Oktober 2014 für unwirksam. Schwarz, der inzwischen Chef des Regionalflughafens Rostock-Laage ist, wurden 1,4 Millionen Euro zugestanden.

Da die Absage der pünktlichen Inbetriebnahme – die Eröffnung war am 03. Juni 2012 geplant und die Absage erfolgte erst am 08. Mai 2012 – so kurzfristig erfolgte, sollten beide Führungskräfte ursprünglich auch auf Schadensersatz verklagt werden. Doch die D&O Versicherung und der Flughafen haben sich auf einen Vergleich geeinigt, um einen öffentlichen Prozess zu vermeiden.

3-stelliger Millionen Betrag stand im Raum

Nach dem Berlin-Fiasko stand ein dreistelliger Millionenbetrag im Raum, der als Entschädigung an Gewerbetreibende und Airlines zu zahlen war. Daher enthielt auch die erste Kapitalspritze in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, die die Bundesländer Berlin und Brandenburg sowie der Bund für die FBB Ende 2012 zahlten, noch eine Rücklage von 220 Millionen Euro. Tatsächlich fällig wurde nur ein Bruchteil – Gerüchten zufolge eines einstelligen Millionenbetrags. Die Hauptbetroffene, die Fluggesellschaft Air Berlin, forderte zunächst 48 Millionen Euro. In einem Vergleich einigte man sich dann jedoch auf 1,8 Millionen Euro.

Ein aktuell veröffentlichter Geschäftsbericht der FBB für das Jahr 2014 verzeichnet Rücklagen in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro für die verschobene Eröffnung. Derzeit sind noch drei Gerichtsverfahren anhängig. Für den Flughafen ist das Thema Schwarz nun endgültig erledigt. Doch mit dem gefeuerten ehemaligen Technikchef Jochen Großmann hat der Flughafen noch eine offene Rechnung. Dieser wurde im Jahr 2014 wegen einer Korruptions-Affäre gefeuert und mittlerweile wegen Bestechlichkeit und Betrug verurteilt. Dieser Fall hatte zu einer weiteren Verzögerung der Fertigstellung und zu einem Reputations-Verlust geführt. Derzeit wird Großmann ebenfalls auf Schadensersatz verklagt.

Bildquelle: 9538307478- Ge.Ne – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)