Wann zahlt die Versicherung für Sturmschäden an Gebäuden?

Wann zahlt die Versicherung für Sturmschäden an Gebäuden?

Hurricane DamageImmer häufiger wird Deutschland von Stürmen und Orkanen heimgesucht, die für große Verwüstungen sorgen. Doch wann zahlt eigentlich die Gebäudeversicherung für Schäden an Gebäuden und was ist bei der Meldung zu beachten?

Gebäudeschäden durch Sturm

Im Falle eines Sturms sind vor allem Gebäude von so großen Schäden betroffen, die für den Eigentümer den finanziellen Ruin bedeuten können. Gemäß einer Statistik entstehen rund 70 Prozent aller Orkanschäden an Gebäuden. Ob nun die Gebäudeversicherung für den Schaden eintritt, hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Windstärke war. In der Regel zahlen Versicherungen erst bei Schäden ab der Windstärke acht – aber auch nur dann, wenn der Versicherungsnehmer auch Schäden, die durch Sturm oder Hagel entstehen, in seiner Police hat aufnehmen lassen.

Es ist nicht erforderlich, dass Versicherte die Windstärke des Sturms selber messen oder belegen. Hier reicht es, wenn die in der Nähe befindliche Wetterstation die Sturmstärke ausgewiesen hat. Das bestätigt ein Urteil des Oberlandesgerichtes Karlsruhe, welches unter dem Aktenzeichen Az. 12 U 251/04 geführt wird.

Der Versicherer ersetzt unter anderem die Kosten für:

  • Gebäudeschäden durch umgeknickte Bäume
  • umgestürzte Schornsteine
  • abgedeckte Dächer

Neben dem Hauptgebäude sind auch Garagen und andere Nebengebäude versichert, wie beispielsweise der Gartenschuppen oder Gartenhäuser. Voraussetzung ist allerdings, dass sich diese auf dem gleichen Grundstück befinden wie das versicherte Gebäude. Zusätzlich müssen sie auch in der Police mit aufgeführt sein.

Kommt es aufgrund eines Starkregens in der Kanalisation zu einem Rückstau und somit zu einer Überflutung des Kellers, tritt die Wohngebäudeversicherung nicht ein, auch wenn für den starken Regen der Sturm verantwortlich ist. Hierfür benötigen Immobilienbesitzer eine Zusatzversicherung, die sogenannte Elementarschadenversicherung. Sie wird für die Gebäude- wie auch für die Hausratversicherung als Zusatzversicherung angeboten.

Meldepflicht der Gebäudebesitzer bei Sturmschäden

Wie bei allen anderen Schäden auch ist es enorm wichtig, den entstandenen Schaden umgehend dem Versicherer zu melden. Die Erstmeldung kann wahlweise per E-Mail oder Telefon stattfinden. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Schadenshöhe und der Schadenshergang detailliert mitgeteilt wird. Jedoch ist es wichtig, dass der Versicherungsnehmer dafür Sorge trägt, dass sich der Schaden nicht noch vergrößert, indem keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden.

Im Falle eines Starkregens müssen zum Beispiel zu Bruch gegangene Fenster abgedeckt werden, damit nicht auch noch der Hausrat einen Schaden nimmt. Übt der Versicherungsnehmer seine Sorgfaltspflicht nicht aus, kann die Versicherung die Zahlung der nur indirekt durch den Sturm verursachten Schäden verweigern.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)

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