Wird die KFZ-Versicherung bald deutlich günstiger?

Wird die KFZ-Versicherung bald deutlich günstiger?

kaputtes-AutoVor allem Fahranfänger stöhnen derzeit noch unter der hohen Beitragslast für die KFZ-Haftpflichtversicherung. Das könnte sich dank der rasanten Entwicklung der Fahrzeugtechnik schon bald ändern, denn die Bedeutung des „Faktors Mensch“ als Unfallursache nimmt durch die Verbesserung der Sicherheitstechnik ständig ab.

Dass die Beiträge zur KFZ-Haftpflichtversicherung derzeit für Fahranfänger noch so hoch sind, liegt daran, dass etwa 90 Prozent aller Verkehrsunfälle durch falsche oder zu langsame Reaktionen des Menschen verursacht werden. Bei Fahranfängen kommen solche Fehler besonders häufig vor, da ihnen die Erfahrung im Umgang mit gefährlichen Situationen im Straßenverkehr fehlt.

Moderne Fahrerassistenzsysteme verhindern Unfälle

Einen Großteil aller Schadensfälle der KFZ-Versicherung machen Verkehrsunfälle aus, bei denen es zu Kollisionen durch nicht eingehaltene Fahrspuren und Sicherheitsabstände kommt. Genau solche Situationen können durch Spurwechselassistenten oder Notbremsassistenten zuverlässig vermieden werden. Die Experten der Wirtschaftsberatergesellschaft KPMG gehen davon aus, dass die weitere Verbreitung der intelligenten Fahrerassistenzsysteme dafür sorgen wird, dass von den KFZ-Haftpflichtversicherungen im Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2015 nur noch die Hälfte derartiger Schadensfälle geregelt werden muss. Auch die automatischen Einparksysteme sowie Sensorsysteme tragen zu einer spürbaren Verringerung der Schadensfälle bei der Autohaftpflichtversicherung bei. Die Notbremsassistenten reduzieren ergänzend die Zahl der Schadensfälle, die unter die Regulierungspflicht der Kasko-Versicherung fallen, indem beispielsweise auch Kollisionen mit Wild vermieden werden.

Sinkende Fahrzeugzahlen entlasten die KFZ-Versicherungen

Derzeit platzen die Straßen aufgrund der hohen Verkehrsaufkommen aus allen Nähten. Auch das wird nach der Meinung der KPMG-Experten nicht so bleiben. Carsharing liegt vor allem bei jungen Menschen voll im Trend. Das Statussymbol der Jugendlichen ist schon jetzt nicht mehr das eigene Auto, sondern eher ein hochwertiges Smartphone oder Tablet. Die Fachleute von MPMG gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 25 Jahre die Zahl der privat genutzten Personenkraftwagen in Deutschland um bis zu 4,5 Millionen Stück schrumpfen wird. Dadurch herrscht weniger Verkehr auf den Straßen und das Risiko von Unfällen sinkt.

Auch die Zahl der Trucks auf deutschen Straßen dürfte sich in naher Zukunft reduzieren. Als Grund dafür benennen die KPMG-Experten die Weiterentwicklung des 3D-Drucks. Haushalte könnten in nicht weit entfernter Zukunft Kleingegenstände selbst ausdrucken und der gewerbliche 3D-Druck von Waren könnte in der Nähe der Kunden durchgeführt werden. Dadurch könnte das Volumen der notwendigen Trucktransporte bis zum Jahr 2030 um etwa 30 Prozent sinken. Für die KFZ-Versicherer könnte das im gleichen Zeitraum einen Rückgang des Beitragsvolumens zwischen 15 und 45 Prozent bedeuten. Wenn sie ihre Kunden halten wollen, kommen sie um eine Senkung der Beiträge für die einzelnen Policen der Kasko-Versicherung und der KFZ-Haftpflichtversicherung nicht herum.

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