(wer nicht so viel Text lesen will: Unten ab "das neue Konzept" entstehen meine Fragen

)
Inzwischen ist einiges an Zeit ins Land gegangen. Mittlerweile hatte ich meinen VZ-Termin, direkt danach den Termin bei meinem Horbach-Berater. Zusätzlich kam noch jemand von der AFA vorbei (aus dem Bekanntenkreis, von mir aus hätte ich das nicht gemacht).
Mein Gespräch bei der VZ:Hier bin ich sehr zwiegespalten. Der Termin dauerte 45 Minuten, in der sie alle meine Verträge (s.o.) grob überflogen hat und eigentlich immer sofort, wenn Sie das Logo einer Gesellschaft gesehen hat, einen Kommentar parat hatte ("das ist gut" oder "das ist nicht gut"). Sie hat viel davon gesprochen, wie hoch die Verwaltungskosten bei diesem oder jenem Vertrag wären. Sie bemängelte, dass meine BU's fast alle nur bis 59. oder 60. LJ liefen. Ihr Argument: Gerade im Alter von 60 und mehr wird man anfällig und benötigt Schutz. Zu meinem Alte Leipziger Rürup-Vertrag sagte Sie, den unbedingt kündigen wegen riesigen Kosten. Zur Swiss Life sagte sie dass das eine super Gesellschaft sei.
Insgesamt bin ich aus dem Gespräch gegangen mit dem Gefühl "oh Mann, alles muss geändert werden" - was ja aber nicht schlecht ist. Was mich gestört hat war, dass Sie mir nicht erklären konnte, warum dies oder jenes schlecht oder gut ist.
Mein Gespräch mit meinem Horbach-Berater:Ich bin zu ihm hin und habe ihm offen alles wiedergegeben, was mir die VZ-Dame gesagt hat. Er war nicht sehr begeistert, ging ein wenig in die Defensive. Ich habe ihm dargestellt, dass ich ihm nichts vorwerfe, sondern nun meine Finanzen mal klar neu strukturieren will und eben die Schwachstellen beseitigen möchte. Er hat einige der Punkte der VZ-Dame widerlegt - als Beispiel: Wenn ein Vertrag hohe Kosten hat, ist das zwar schlecht - aber wenn am Ende mehr Ertrag rauskommt, als bei einem Vertrag mit geringen Kosten, sind die Kosten eh uninteressant. Da gehe ich voll mit!
Summa summarum war es gut und wichtig, dass ich da war. Er hat verstanden, worum es geht - und ich denke er hat gesehen, dass ohne sein weiteres Bemühen ein Kunde verloren geht. Wir haben vereinbart, dass er ein neues Konzept erstellt, bei dem knallhart ohne Ausnahme alle Verträge unter die Lupe genommen und ggf. neu gemacht werden. Ziel war es, eine BU in Höhe von 2500 Euro bis zum 65. LJ sowie eine verringerte Anzahl "Renten"-Verträge zu konzipieren.
Mein Gespräch mit einem AFA-Berater:Es hat erstmal ewig gedauert, alle Daten aufzunehmen

dann nach einiger Zeit kam es zu einem Gespräch zu Hause. Ich fand das Gespräch unangenehm - es wurde keinen Meter auf mich als Person eingegangen sondern eigentlich nur etwas von "Ertrag erhöhen bei gleichzeitigem Kosten senken" erzählt und auf Standard-Folien präsentiert. Er ist nicht auf mich eingegangen und es wurde nicht erfragt, was ich eigentlich will. (Ich habe nachgefragt, ob er denn eigentlich weiß, was ich will .. das war ihm unangenehm). Er wollte mir Vorschläge zur Verbesserung der Situation machen, aber nach 2 Wochen ist bisher noch nichts gekommen, außer ein Vorschlag für eine neue Unfallversicherung. Ach so, und: Er sagte, ich solle
sofort die Kapitallebensversicherung der Debeka kündigen, "da kommt eh nix bei raus".
Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Ist mir suspekt.
Das neue KonzeptNach 2-3 Wochen war es soweit - das neue Konzept steht. Und gleich vorweg: Er hat sich wirklich Gedanken gemacht und meine Veränderungswünsche ernst genommen.
So sah das alte Versicherungskonstrukt aus (alle Euro-Angaben sind monatliche Kosten):
Debeka Kap.-LV: 33 €, 35.000 Ablaufsumme, 4% Garantiezins (seit 1998)
Aachen&Münchener Fondsgeb. RV: 81€, 500 € BU-Rente, mtl. Rente geschätzt 65 € (seit 2001)
Continentale Fondsgeb. RV: 77€, mtl. Rente geschätzt 350 € (seit 2007)
Alte Leipziger klassische RV: 75€, BU-Rente 350€, geschätzte mtl. Rente ca. 350 €
Riester Allianz: 33 €, mtl. Rente 150€
Rürup Fondsgeb. Alte Leipziger: 35€ (Beitragsanpassung 2013), mtl. Rente 429 €
HDI Gerling BU: 19,44 €, mtl. BU 580€
Swiss Life Risiko-LV: 20€, mtl. BU 1000€
Das ist zu tun:
Debeka: bleibt bestehen, da geringer Beitrag und akzeptabler Garantiezins
A&M: kündigen (2500 € Rückkaufwert)
Continentale: kündigen (0 Rückkaufwert)
Alte Leipziger: BU raus (aber BU-beitragsbefreiung natürlich drin lassen), rest so lassen
Riester: erhöhen auf volle Zulage, evtl wechseln in Fonds-Riester (z.B. AXA Twin Star oder so)
Rürup Alte Leipziger: beitragsfrei stellen
(neu) Rürup HDI-Gerling klassisch: 70€ mtl. (davon 49% BU-Teil bis 65. LJ, 51% Rente), BU-Rente 1000€
Swiss Life: kündigen
(neu) Swiss Life BU: 51€ mtl, 1500€ BU-Rente, nun bis 65. LJ!
Zusammengefasst sieht das neue Konzept nun so aus:
BU:
- 1500 Euro Swiss Life
- 1000 Euro HDI Rürup
Rente:
(Privatschicht) Alte Leipziger, Debeka
(Zusatzschicht) Riester bei voller Zulage
(Basisschicht) HDI Rürup
(Betrieblich) Entgeltumwandlung
Die Gesamtsumme der mtl. geschätzten Rente hat sich fast nicht verändert (-62 €)
Die BU-Rente liegt bei 2500 Euro auf dem Wert, den ich haben wollte.
Im Monat sind es 60€ weniger Beitrag, die ich in andere Sachen investieren werde (mal sehen wo).Mit dem Konzept bin ich aus meiner Laien-Sicht zufrieden.
Jetzt meine Fragen:1)
Macht das so Sinn?
2)
Meine Steuerberaterin sagte mir, Rürup macht eigentlich erst Sinn ab 100.000 € Einkommen (jährlich) .. ist das so? Dadurch, dass die BU da mit drin steckt und man sich quasi die BU steuerlich fördern lässt, finde ich das doch schon attraktiv.
3)
Wieso soll ich laut AFA-Mann die Kapitallebensversicherung "sofort" kündigen?
Vielen Dank!