Private Altersvorsorge: Zu viel abgeschlossen?


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Private Altersvorsorge: Zu viel abgeschlossen?

Beitragvon Jonathan1 » 24.01.2011, 10:15

Hallo,

ich mache mir seit einigen Wochen Gedanken, ob ich zu viele "Renten" abgeschlossen habe bzw ob der Gesamtbetrag zu hoch ist. Zuerst einige Randinfos:
  • aktuelle Lebenssituation: Promovierter Angestellter bei Automobilhersteller, ~5500 Euro brutto/Monat, 30 Jahre jung, 1 Kind, verheiratet, Wohnen zur Miete, Frau hat aktuell keine Arbeit (hoffentlich aber bald wieder).
  • Versicherungs"philosophie": Risiko möglichst auf mehrere Unternehmen verteilen. D.h. nicht nur 1 großer Vertrag, sondern mehrere kleine
  • Wo will ich in der Rente stehen (wenn ich das heute überhaupt schon sagen kann): Eigenes Haus ist kein Thema, da bei Eltern vorhanden (--> Erbe). Riesiger Luxus ist kein Ziel.

Aktuell habe ich folgende private Renten- und rentenähnliche Versicherungen laufen:
  • Klassische Riester-Rente (Allianz), aktuell ca. 35€/Monat, 3% Dynamik
  • Rentenversicherung mit BU-Anteil (Alte Leipziger), aktuell ca. 75€/Monat, 10% Dynamik
  • Fondsgeb. Rentenversicherung (Aachener & Münchener), aktuell ca. 80€/Monat, 5% Dynamik
  • Fondsgeb. Rentenversicherung (Continentale), aktuell ca. 75 €/Monat, 5% Dynamik
  • Kapitallebensversicherung (Debeka), aktuell ca. 33€/Monat, alle 2 Jahre 10% Dynamik
  • Entgeltumwandlung bei Arbeitgeber: 50€/Monat

Allein für die Altersvorsorge sind das schon knapp 300€ plus die 50 vom Brutto. Dazu kommen noch Vorsorgesachen wie BU, Risiko-LV.

Jetzt meine Fragen:
- Ist die Höhe des Gesamt-Altersvorsorgebetrags angemessen oder eher zu hoch angesetzt?
- Sind die Dynamiken in der Höhe angemessen? Insbesondere die 10%-igen Dynamiken halte ich für sehr viel (werden ja mit der Zeit riesen Beträge)

Ich freue mich auf eure Antworten :)
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 


Beitragvon AXA » 24.01.2011, 10:36

Hallo Jonathan,

bezüglich Deiner Informationen ist hier keine Auskunft möglich:

wichtig ist hier nicht der mtl. Beitrag den Du zahlst, sondern die etwaige Rente die im Alter mit 65 Jahren
an Dich ausgezahlt wird. Außerdem ist hier auch nicht ersichtlich, ob hier Anlagen über Riester bzw. Rürupp
berücksichtigt sind. Nachdem mir auch nicht Dein Alter bekannt ist, kann ich auch keine Rückschlüsse auf die
Beiträge machen.
Der mtl. Beitrag von 75 € für eine Rentenversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt mir
dagegen viel zu niedrig vor. Bei einem Einkommen von 5.500 € brutto empfehle ich eine BU-Rente von
mindestens 2.000 € mtl.
Auch fehlen hier Informationen über die Höhe der Risikolebensversicherungen.

Eine richtige Beratung hierzu ist nur in einem persönlichen Gespräch möglich.

Auch würde ich nicht nur Rentenversicherungen zur Altersvorsorge abschließen, sondern würde hier auch weiter Möglichkeiten wie z.B. Rentenfonds, offene Immobilien-fonds, oder den Kauf von Eigentumswohnungen berücksichtigen.

zum Schluß noch eine Frage, was verstehst Du unter "Riesiger Luxus" ?

Mit steigendem Einkommen wird dieser Begriff vermutlich auch wachsen!

Freundliche Grüße!
http://www.hausfrauenseite.de/kinder/kasperletheater.html
AXA
Gut Versichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 24.01.2011, 11:07

Hallo AXA,
danke für deine Antwort.

wichtig ist hier nicht der mtl. Beitrag den Du zahlst, sondern die etwaige Rente die im Alter mit 65 Jahren
an Dich ausgezahlt wird.

Ok, hier die geschätzten Auszahlungsbeträge:
  • Klassische Riester-Rente (Allianz), 200 €
  • Rentenversicherung mit BU-Anteil (Alte Leipziger), 570 € (Kombiprodukt aus BU und Rürup-Rente, hier nur der Rentenanteil)
  • Fondsgeb. Rentenversicherung (Aachener & Münchener), 450 €
  • Fondsgeb. Rentenversicherung (Continentale), 480 €
  • Kapitallebensversicherung (Debeka), 250 €
  • Entgeltumwandlung bei Arbeitgeber, kA €
Macht in der Summe 1950 € in heutigem Geldwert, plus Entgeltumwandlung (angefangen letztes Jahr, noch ca. 35 Jahre Laufzeit zu 50€/Monat --> insges. 21000 € abzüglich Steuern).

Außerdem ist hier auch nicht ersichtlich, ob hier Anlagen über Riester bzw. Rürupp berücksichtigt sind.

s.o.

Nachdem mir auch nicht Dein Alter bekannt ist, kann ich auch keine Rückschlüsse auf die Beiträge machen.

War ein bisschen versteckt schon oben drin: 30 Jahre.

Der mtl. Beitrag von 75 € für eine Rentenversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt mir
dagegen viel zu niedrig vor. Bei einem Einkommen von 5.500 € brutto empfehle ich eine BU-Rente von
mindestens 2.000 € mtl. Auch fehlen hier Informationen über die Höhe der Risikolebensversicherungen.

Die BU ist in dem Vertrag nur ein Anhägsel, "richtige" BU-Verträge / Risiko-LV habe ich zusätzlich abgeschlossen.:
  • HDI Gerling, "BU", monatl. Rente von 580 €
  • Swiss-Life, Risiko-LV, im BU-Fall mtl 1000€ [V-Summe Tod: 12.000 €]
  • A&M Rente, im BU-Fall mtl 700€
  • Alte Leipziger, im BU-Fall mtl 350€
Summe: 2630€

Schwerpunktmäßig geht es mir bei meiner Fragestellung jedoch um die Renten, nicht die BU.

Auch würde ich nicht nur Rentenversicherungen zur Altersvorsorge abschließen, sondern würde hier auch weiter Möglichkeiten wie z.B. Rentenfonds, offene Immobilien-fonds, oder den Kauf von Eigentumswohnungen berücksichtigen.
OK, welchen Vorteil hat man mit solchen Produkten? Was kann man damit machen? Wie sicher sind sie? (Bin eher konservativ und nicht risikofreudig)

zum Schluß noch eine Frage, was verstehst Du unter "Riesiger Luxus" ? Mit steigendem Einkommen wird dieser Begriff vermutlich auch wachsen!

Ich meine damit: Ich werfe mein Geld nicht zum Fenster raus und habe nicht das Bedürfnis, nach außen zu zeigen, wie viel oder wenig Geld ich habe.
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

Beitragvon AXA » 24.01.2011, 12:12

Hallo Jonathan,

bei Deinen angegebenen Altersrenten zu den Fonds-Policen, handelt es sich hier um die garantierte Rente oder um die evt. mögliche Rente ?
Nach Deinen eigenen Worten bist Du ja nicht risikofreudig sonder eher konservativ einzustufen.
Also ich selbst halte von Fonds-Rentenverträgen nicht allzuviel, es sei denn, es wäre eine hohe Garantierente ausgewiesen.
Bei den meisten Fonds-Versicherungen ist die Rendite zur Zeit sehr niedrig und man muß damit rechnen dass die angegebenen Renten im Alter von 65 Jahren nicht erreicht werden.
Außerdem fehlt Dir wohl auch die Kenntnis die Fonds in Deinen Fondspolicen jeweils entsprechend der zu erwartenden Renditen bzw. Kursänderungen umzuschichten.
Evt. wäre es sogar sinnvoll einzelne bestehende Versicherungsverträge zu ändern, bzw. beitragsfrei zu stellen.
Hier müsste man im einzelnen prüfen, welche Tarife bestehen. Wann der Vertragsabschluss erfolgt ist (vor 2005 - steuerfrei).
Viele Verträge werden auch z.B. bis zum 70. oder 85. Lebensjahr abgeschlossen - mit der Erweiterung, dass die Zahlung der Rente bereits ab dem 65. Lebensjahr erfolgen kann. In diesen Verträgen ist jedoch die Rendite vergleichbar sehr niedrig.

Also alles in allem, eine richtige Beratung kann hier nur erfolgen, wenn man Einsicht in alle Verträge hat und dies kann nur bei einem persönlichen Gespräch statt finden.

Ich selbst habe meine Altersversorgung gesplittet - Altersrente mit Berufsunfähigkeit /Rürupp-Rente - offene Immobilienfonds (Hausinvest) - Kauf von Immobilien.

Bei offenen Immobilienfonds bzw. Rentenfonds bekommt man zur Zeit eine Rendite von ca. 3,5 % - 5,0 %.
Dies entpricht in etwa der Rentenversicherung. Man hat allerdings den Vorteil, dass man zu jedem Zeitpunkt auch an sein Geld kommt.
Immobilien z.B. in der Nähe einer Universität bringen immer gute Mieteinnahmen.

Und solltest Du dir hier einen kompetenten Versicherungsvermittler suchen solltest Du folgenes beherzigen.

Lasse Dir eine komplette Übersicht der Beratung mit Gegenüberstellung aushändigen.
Danach Zeit lassen alles zu überprüfen und evt. eine Zweitmeinung einholen.
Und erst wenn Du davon auch wirklich überzeugt evt. Änderungen veranlassen.

Freundliche Grüße!
http://www.hausfrauenseite.de/kinder/kasperletheater.html
AXA
Gut Versichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 24.01.2011, 12:23

Hallo AXA,

ok - ich in in Beratung bei der "Horbach Wirtschaftsberatung", daher stammen die meisten der Verträge. Wo kann ich mir eine unabhängige Zweitmeinung einholen? (Verbraucherschutzzentrale?)

Außerdem fehlt Dir wohl auch die Kenntnis die Fonds in Deinen Fondspolicen jeweils entsprechend der zu erwartenden Renditen bzw. Kursänderungen umzuschichten.

Das ist korrekt, so etwas würde ich vom Finanzberater (s.o. Horbach) erwarten. Sollte ich ihn also mal dazu befragen?

Immobilien z.B. in der Nähe einer Universität bringen immer gute Mieteinnahmen.

Das klingt nach einer guten Idee.

Ok, mal gucken, wen ich für eine Zweitmeinung gewinnen kann. Sicherlich sollte es ein Unternehmen sein, welches mir nicht gleich alles schlechtredet, nur damit neue Verträge geschlossen werden ;)

Schöne Grüße
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

Beitragvon swing kid » 24.01.2011, 16:04

Oha... also erst einmal, hallo Jonathan... denn mal los:
1. Die Absicherung Deiner Arbeitskraft hast Du ja bereits forciert und in einer m.E. ausreichenden Höhe betrieben. Allerdings überlege einmal, was im schlimmsten Fall passieren kann (nicht muss, ich würde es Dir nicht wünschen...): Bei Eintritt der Berufsunfähigkeit müsstest Du Dich im schlimmsten Fall mit den Leistungsabteilungen von 4 Versicheren rumplagen. Diversifizieren schön und gut, aber beim Thema BU würde ich mir das sparen und das Risiko auf maximal 2 Versicherer auslagern. Im Fall der Fälle hast Du nämlich wahrscheinlich andere Sorgen. Allerdings erscheint mir die Höhe der Absicherung in Deinem Fall ausreichend. Nicht ausreichend erscheint mir die Todesfallabsicherung. Gerade wenn Du schreibst, dass noch ein Kind da ist (bei Deinem Alter wohl auch noch recht jung) UND eine Frau ohne Einkommen, halte ich 12000€ über die Swiss Life für a) zu wenig und b) zu teuer. Informiere Dich doch einmal, was eine Absicherung von z.B. 300000k über eine laufzeit von 20 Jahren (dann dürftet ihr aus dem Gröbsten raus sein...) kostet.
2.Die Altersvorsorge halte ich, bitte entschuldige, für wenig durchdacht und auf das Äusserste provisionsorientiert. Ich lese hier nichts von etwaigen Rücklagen, kein kurzfristig verfügbares Geld in Form von Schatzbriefen oder Tagesgeld und auch ein Investmentdepot fehlt mir hier. Scheinbar wurde hier alles über nicht gerade kostengünstige Versicherungsmäntel gelöst. Und die hier angegebenen Zielrenditen halte ich in so ziemlich jedem Fall für eher unrealistisch. Fondsrenten sind ausserdem mit die teuersten Produkte am Markt. Wenn man dann noch eine Garantie einbaut, wird es abenteuerlich: Dann hast Du hohe Verwaltungsgebühren plus renditeschwache Investments, um die garantie abzubilden. Ob das bei Dir der Fall ist, vermag ich nicht zu sagen, müsstest Du einmal prüfen...
Bin eher konservativ und nicht risikofreudig

Dann passen hier die Fondspolichen nicht rein.. Hier trägst Du im Normalfall das ALLEINIGE Anlagerisiko, es sei denn, es sind "Garantien" eingebaut, die aber wiederrum, s.o., bei solchen Konstrukten absolut kontraproduktiv sind. Und wenn man sich als risikoaverser Anleger nicht selber um die Fondsauswahl kümmert, und der Berater verspürt da auch keinen grossen Drang nach, können solche Produkte in Verbindung mit den Ihnen innewohnenden hohen Kosten ganz schnell nach hinten losgehen.
Schau doch einfach mal (bezogen auf Deine Fondsrenten), welche Fonds Du aktuell besparst, und dann google die Dinger hinsichtlich Ihrer Performance. Das kann schon mal ein Anhaltspunkt hinsichtlich der Sinnhaftigkeit einer Fondspolice sein.
3.Die Dynamiken würde ich, vllt. abgesehen von der BU, komplett rausnehmen. Dynamik=neuer Vertrag=neue Abschlusskosten=Quark. Jonathan, bitte entschuldige, wenn das hier vllt. ein bisschen überzeichnet rüberkommt... Ich will die Verträge nicht pauschal schlecht machen, ich kenne sie ja auch gar nicht. Aber der Anfangsverdacht, den ich hege, nämlich dass hier provisions- und nicht bedarfsgerecht beraten wurde, erhärtet sich, je öfter ich Deinen Beitrag hier lese...
Eine VZ wäre in Deinem Fall glaube ich wirklich überlegenswert!
Da sich der Fußgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er rennen sollte, fuhr ich obendrüber.
swing kid
Überversichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 27.01.2011, 09:27

Danke auch insb. für den letzten Kommentar. Habe gleich einen Termin bei meinem Berater und danach einen bei der VZ.
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 26.02.2011, 11:25

(wer nicht so viel Text lesen will: Unten ab "das neue Konzept" entstehen meine Fragen :) )

Inzwischen ist einiges an Zeit ins Land gegangen. Mittlerweile hatte ich meinen VZ-Termin, direkt danach den Termin bei meinem Horbach-Berater. Zusätzlich kam noch jemand von der AFA vorbei (aus dem Bekanntenkreis, von mir aus hätte ich das nicht gemacht).

Mein Gespräch bei der VZ:
Hier bin ich sehr zwiegespalten. Der Termin dauerte 45 Minuten, in der sie alle meine Verträge (s.o.) grob überflogen hat und eigentlich immer sofort, wenn Sie das Logo einer Gesellschaft gesehen hat, einen Kommentar parat hatte ("das ist gut" oder "das ist nicht gut"). Sie hat viel davon gesprochen, wie hoch die Verwaltungskosten bei diesem oder jenem Vertrag wären. Sie bemängelte, dass meine BU's fast alle nur bis 59. oder 60. LJ liefen. Ihr Argument: Gerade im Alter von 60 und mehr wird man anfällig und benötigt Schutz. Zu meinem Alte Leipziger Rürup-Vertrag sagte Sie, den unbedingt kündigen wegen riesigen Kosten. Zur Swiss Life sagte sie dass das eine super Gesellschaft sei.

Insgesamt bin ich aus dem Gespräch gegangen mit dem Gefühl "oh Mann, alles muss geändert werden" - was ja aber nicht schlecht ist. Was mich gestört hat war, dass Sie mir nicht erklären konnte, warum dies oder jenes schlecht oder gut ist.

Mein Gespräch mit meinem Horbach-Berater:
Ich bin zu ihm hin und habe ihm offen alles wiedergegeben, was mir die VZ-Dame gesagt hat. Er war nicht sehr begeistert, ging ein wenig in die Defensive. Ich habe ihm dargestellt, dass ich ihm nichts vorwerfe, sondern nun meine Finanzen mal klar neu strukturieren will und eben die Schwachstellen beseitigen möchte. Er hat einige der Punkte der VZ-Dame widerlegt - als Beispiel: Wenn ein Vertrag hohe Kosten hat, ist das zwar schlecht - aber wenn am Ende mehr Ertrag rauskommt, als bei einem Vertrag mit geringen Kosten, sind die Kosten eh uninteressant. Da gehe ich voll mit!

Summa summarum war es gut und wichtig, dass ich da war. Er hat verstanden, worum es geht - und ich denke er hat gesehen, dass ohne sein weiteres Bemühen ein Kunde verloren geht. Wir haben vereinbart, dass er ein neues Konzept erstellt, bei dem knallhart ohne Ausnahme alle Verträge unter die Lupe genommen und ggf. neu gemacht werden. Ziel war es, eine BU in Höhe von 2500 Euro bis zum 65. LJ sowie eine verringerte Anzahl "Renten"-Verträge zu konzipieren.

Mein Gespräch mit einem AFA-Berater:
Es hat erstmal ewig gedauert, alle Daten aufzunehmen ;) dann nach einiger Zeit kam es zu einem Gespräch zu Hause. Ich fand das Gespräch unangenehm - es wurde keinen Meter auf mich als Person eingegangen sondern eigentlich nur etwas von "Ertrag erhöhen bei gleichzeitigem Kosten senken" erzählt und auf Standard-Folien präsentiert. Er ist nicht auf mich eingegangen und es wurde nicht erfragt, was ich eigentlich will. (Ich habe nachgefragt, ob er denn eigentlich weiß, was ich will .. das war ihm unangenehm). Er wollte mir Vorschläge zur Verbesserung der Situation machen, aber nach 2 Wochen ist bisher noch nichts gekommen, außer ein Vorschlag für eine neue Unfallversicherung. Ach so, und: Er sagte, ich solle sofort die Kapitallebensversicherung der Debeka kündigen, "da kommt eh nix bei raus".

Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Ist mir suspekt.

Das neue Konzept
Nach 2-3 Wochen war es soweit - das neue Konzept steht. Und gleich vorweg: Er hat sich wirklich Gedanken gemacht und meine Veränderungswünsche ernst genommen.

So sah das alte Versicherungskonstrukt aus (alle Euro-Angaben sind monatliche Kosten):
Debeka Kap.-LV: 33 €, 35.000 Ablaufsumme, 4% Garantiezins (seit 1998)
Aachen&Münchener Fondsgeb. RV: 81€, 500 € BU-Rente, mtl. Rente geschätzt 65 € (seit 2001)
Continentale Fondsgeb. RV: 77€, mtl. Rente geschätzt 350 € (seit 2007)
Alte Leipziger klassische RV: 75€, BU-Rente 350€, geschätzte mtl. Rente ca. 350 €
Riester Allianz: 33 €, mtl. Rente 150€
Rürup Fondsgeb. Alte Leipziger: 35€ (Beitragsanpassung 2013), mtl. Rente 429 €
HDI Gerling BU: 19,44 €, mtl. BU 580€
Swiss Life Risiko-LV: 20€, mtl. BU 1000€

Das ist zu tun:
Debeka: bleibt bestehen, da geringer Beitrag und akzeptabler Garantiezins
A&M: kündigen (2500 € Rückkaufwert)
Continentale: kündigen (0 Rückkaufwert)
Alte Leipziger: BU raus (aber BU-beitragsbefreiung natürlich drin lassen), rest so lassen
Riester: erhöhen auf volle Zulage, evtl wechseln in Fonds-Riester (z.B. AXA Twin Star oder so)
Rürup Alte Leipziger: beitragsfrei stellen
(neu) Rürup HDI-Gerling klassisch: 70€ mtl. (davon 49% BU-Teil bis 65. LJ, 51% Rente), BU-Rente 1000€
Swiss Life: kündigen
(neu) Swiss Life BU: 51€ mtl, 1500€ BU-Rente, nun bis 65. LJ!


Zusammengefasst sieht das neue Konzept nun so aus:
BU:
- 1500 Euro Swiss Life
- 1000 Euro HDI Rürup

Rente:
(Privatschicht) Alte Leipziger, Debeka
(Zusatzschicht) Riester bei voller Zulage
(Basisschicht) HDI Rürup
(Betrieblich) Entgeltumwandlung

Die Gesamtsumme der mtl. geschätzten Rente hat sich fast nicht verändert (-62 €)
Die BU-Rente liegt bei 2500 Euro auf dem Wert, den ich haben wollte.
Im Monat sind es 60€ weniger Beitrag, die ich in andere Sachen investieren werde (mal sehen wo).


Mit dem Konzept bin ich aus meiner Laien-Sicht zufrieden.

Jetzt meine Fragen:

1)
Macht das so Sinn?

2)
Meine Steuerberaterin sagte mir, Rürup macht eigentlich erst Sinn ab 100.000 € Einkommen (jährlich) .. ist das so? Dadurch, dass die BU da mit drin steckt und man sich quasi die BU steuerlich fördern lässt, finde ich das doch schon attraktiv.

3)
Wieso soll ich laut AFA-Mann die Kapitallebensversicherung "sofort" kündigen?

Vielen Dank!
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 26.02.2011, 11:42

.. ich habe einen Fehler gemacht: Im neuen Konzept erhöht sich die Gesammtsumme der mtl. Rente um ca. 150 €, (sie verringert sich nicht um 62 €). Die 62 Euro sind die, die ich bei den Kosten spare, das habe ich falsch abgelesen.

Also:
Höhere Ablaufleistung bei geringerer monatlicher Belastung.
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

Beitragvon Zeus » 26.02.2011, 17:34

Hallo Jonathan,

1. Wirst Du in diesem Forum keine fachlichen Antworten mehr erhalten,
hier tummeln sich größten teils nur Kinder mit unsinnigen Texten.

2. Ich versuche Deine Fragen ein wenig zu beantworten:

Egal welches Konzept ich mir bei Dir anschaue. Im Vordergrund stand die neue möglich Provision der Vermittler.
Ich halte von all diesen Konzepten gar nichts.
Die Aussage der Steuerberaterin ist falsch.
Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich, z.B. kann es sich bei Beamten schon ab einem Jahreseinkommen von 40.000 € rechnen.
Ich empehle Dir die Anlage zu splitten
Berufsunfähigkeitsversicherung von 2.500 € ist sinnvoll bis zum 65. Lebensjahr.
Jedoch sollte dies mit einer Rentenversicherung kombiniert werden,
d.h. wenn Du berufsunfähig wirst, müssen die Rentenversicherungen auch nicht weitergezahlt werden, sie werden dann auch beitragsfrei. Und im Alter von 65 erhältst Du dann die volle vereinbarte Rente.
Sinnvoll ist es auf jeden Fall entweder zusätzlich eine Betriebliche Altersversorgung, evt. Riester oder Rürupp.
HIer sollte man Dir die steuerlichen Aspekte gegenüber stellen.
Eine weitere Anlage in Form von Renten halte ich nicht für sinnvoll, sondern hier sollte man evt. eine andere Anlagemöglichkeit,
evt. mit Immobilien, Immobilienfonds, Festgelder suchen.
Immer mit der Absicherung für sein ganzes Leben.
d.h. eine Rente soll mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben sicher gestellt werden - mit ca. 65
bis dahin kann viel passieren, daher sollte man hier jederzeit flüssig sein und das notwendige Kapital abrufen können.
evt. wäre hier auch ein Bausparvertrag nicht falsch.

Warum suchst Du Dir immer solche Struki-Berater. Versuch es doch ganz einfach einmal mit einer ganz normalen
Versicherungsagentur. Da bietet man Dir zwar nur ein Versicherungsunternehmen an, aber im Kapitalmarktbereich mit Banken, Investmentanlage, Immobilien sind die Jungs frei und können fast alles anbieten.
Zeus
Moderat Versichert ;-)
 

Beitragvon Jonathan1 » 02.03.2011, 11:52

Ok,

ich habe mich jetzt so entschieden:
- 1x reine BU mit 2500,- (84€ mtl.)
- 1x Riester (incl. 1 Kind) Beitrag für volle Zulage. (137€ mtl.)
- 1x Fonds-Rente (35€ mtl.)
- 1x Kapitallebensvers. (30€ mtl.)

Beim Riester hab ich zwischen Bank/Fondssparplan, der bestehenden (Allianz Klassik) und der neuen abgewägt .. und hab mich dafür entschieden, den bestehenden Vertrag der Allianz zu behalten. Die Fonds-Rente lasse ich auf kleiner Flamme weiterlaufen, mal sehen, ob ich damit später noch was mache. Ich werde einen Termin bei einer "Stand alone" Versicherungsagentur machen und je nach Angebot das oben eingesparte Geld in eine andere Form der Altersvorsorge stecken.

Damit ist das Thema für mich nun abgeschlossen.
Jonathan1
Unterversichert ;-)
 

 


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