Provisionen in der PKV


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Provisionen in der PKV

Beitragvon Cpt. Hook » 20.08.2011, 10:50

Ich stehe kurz vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung. Dazu habe ich mich von zwei unterschiedlichen Versicherungsmaklern beraten lassen, die auch zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. So richtig traue ich aber keinem der beiden. Ich habe den Eindruck, dass die mehr ihre eigene Provision im Auge haben, als für mich die beste Versicherung zu finden. Vor allem als ich dem zweiten das Ergebnis des ersten genannt habe und der angefangen hat, über die Versicherung herzuziehen.

Wie ist das denn mit der Provision? Gibt es für jede Versicherung gleich viel? Oder habe ich das Risiko, dass mir eine Schrott-Versicherung angedreht wird, weil die dem Vermittler viel mehr Abschlussprovision bezahlt als eine gute?
Wie viel verdient der Makler überhaupt an so einem Abschluss?
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Beitragvon Borchardt » 20.08.2011, 12:18

Sie können davon ausgehen, dass ein Versicherungsmakler, der seinen Beruf Ernst nimmt und nach einem Berufsethos handelt, dass u.a. beinhaltet, Vertreter der Interessen des Kunden zu sein, Ihnen eine Empfehlung auf der Grundlage Ihres Bedarfs und einer objektiven Marktanalyse gibt. Ein solcher Makler wird es in der Regel auch finanziell nicht nötig haben Ihnen allein deshalb einen bestimmten Tarif zu empfehlen, weil die Vergütung durch den Versicherern etwas höher liegt als bei anderen.
Von der Provisionshöhe können Sie sicher nicht auf die fachlichen Qualitäten des Maklers schlließen.

Diese erkennen Sie u.a. an den folgenden Punkten
- Wurde eine Bedarfsanalyse vorgenommen? Wurden Sie nach Ihrem Bedarf gefragt?
- Hat der Makler Sie befragt, welche Leistungsinhalte der Vertrag beinhalten soll, also etwa
○ Auslandsgeltung/Weltgeltung
○ Kurleistungen
○ Höhe der Erstattung nach GOÄ
○ Tarif mit oder ohne Primärarztprinzip
○ Zahnärztliche Leistungen
○ Heilmittel
○ Hilfsmittel
○ Psychotherapie, Heilpraktiker
○ Selbstbehalte in welcher Höhe und in welchen Bereichen?
- Hat der Makler Ihnen das System PKV und GKV erklärt? Wurden Vor- und Nachteile der PKV für Sie angesprochen?
- Hat der Makler die Empfehlung eines bestimmten Tarifes für Sie plausibel begründet? Wurde Ihnen erklärt, warum genau dieser Tarif und nicht ein anderer für Sie passend ist?
- Wurden Gesundheitsfragen/die Bedeutung der sog. Vorvertraglichen Anzeigepflicht angesprochen?

Ich denke, wenn Sie am Ende des Beratungsprozesses den Eindruck haben, selbst verstanden zu haben, warum die Empfehlung des Maklers zu ihrem Bedarf und ihren Vorgaben paßt, wäre das das beste Zeichen dafür, dass Sie fachlich gut und richtig beraten wurden. Ist das nicht der Fall, sind Zweifel sicherlich berechtigt.
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Beitragvon Cpt. Hook » 20.08.2011, 12:30

Vielen Dank! Das hilft mir schon einmal weiter. Die meisten der Punkte wurde besprochen, aber nicht alle.

Aber geben Sie mir doch bitte mal eine Größenordnung, damit ich einschätzen kann, in welchem Rahmen sich die Provision so bewegt. Bei dem einen Anbieter würde ich 269,73 Euro im Monat für eine gute Versicherung hinsichtlich der Leistungen bezahlen, beim anderen 254,14 Euro, jeweils inklusive aller Zusatztarife, Zuschläge etc.
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Beitragvon Borchardt » 20.08.2011, 13:46

Wie gesagt, ich denke, Sie verfolgen einen falschen Ansatz.
Bei dem einen Anbieter würde ich 269,73 Euro im Monat für eine gute Versicherung hinsichtlich der Leistungen

Wenn Sie aufgrund der Beratung zu der Auffassung gelangt sind, eine bedarfsgerechte Empfehlung (= die Leistungsinhalte entsprechen Ihrem Bedarf und Ihren Vorgaben) erhalten zu haben, ist doch eigentlich alles klar, oder?

Mit dem Tarifvorschlag müssten Sie auch das Produktinformationsblatt ausgehändigt bekommen haben. Aus den Informationen gem. § 4 VVG-InfoV ergeben sich die Abschlusskosten des Vertrages. Die Vergütung des Vermittlers gehört zu den Abschlußkosten. Diese Abschlußkosten sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich kalkuliert. Das kann Ihnen auch Ihr Makler/ihre Makler erläutern.
Vielleicht bitten Sie einen der beiden Makler (oder beide) Ihnen die Unterschiede der beiden Bedingungswerke zu erklären?
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Beitragvon Cpt. Hook » 20.08.2011, 19:57

Die Beträge für die Abschlusskosten unterscheiden sich enorm! Beim einen sind insgesamt 805,72 Euro ausgewiesen, beim anderen 2.024,43 Euro! Wie kann das sein?
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Beitragvon JPeter » 30.11.2011, 21:31

Dann hat der Makler ganz offensichtlich Kundenorientiert beraten, sonst hätte er den Anbieter mit der geringen Vergütung gar nicht zur Alternative angeboten. Üblich sind 4,5 bis 8 Monatsbeiträge bei einem normalen kleineren Makler. Größere Organisationen erhalten auch schon mal 10 bis 14 Monatsbeiträge.

Peter
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Beitragvon swing kid » 01.12.2011, 12:21

Hat er ja nicht. Jeder der beiden Herren hat je einen Vertrag vorgelegt. Ob einer der beiden, keiner oder beide kundenorientiert beraten haben, können wir nicht beurteilen. Die reinen Abaschlusskosten geben da jedenfalls keinen Hinweis drauf. Was nützt mir ein Vertrag mit geringen Abschlusskosten, der eklatante Leistungslücken in wichtigen Bereichen aufweist?
Da sich der Fußgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er rennen sollte, fuhr ich obendrüber.
swing kid
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Beitragvon Alex » 26.01.2012, 18:46

Und was ist draus geworden?

Wichtig ist auch die Kalkulation der Alterungsrückstellungen. Und fragen Sie nach, welche der angebotenen Unternehmen in den letzten Jahren größere Beitragsaassungen vornehmen mussten!

Also nicht nur rein nach Leistung gehen!
Alex
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