wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge?




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wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge?

Beitragvon Ramirez » 04.09.2011, 09:37

Hi,

wir funktioniert eigentlich eine betriebliche Altersvorsorge? Ich kenne wohl Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter eine Betriebsrente anbieten. Das ist ja insbesondere in großen Unternehmen oft der Fall oder z. B. für Angestellte im öffentlichen Dienst. Ist das dasselbe, wie die betriebliche Altersvorsorge, die jetzt von vielen Versicherern angeboten wird? Häufig ist ja sogar tarifvertraglich eine zusätzliche Rentenversicherung vereinbart. In diesen Fällen bezahlen aber die Arbeitgeber die Zusatzrentenversicherung. Sie schließen sie auch ab und den Mitarbeitern steht mit dem Renteneintritt dann die Rente zu. Ist das in jedem Fall so, dass Arbeitgeber die Versicherungen abschließen und dann auch bezahlen?

Gruß

Ramirez
Ramirez
Moderat Versichert ;-)
 

Re: wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge?

Beitragvon VMD Bochum » 04.09.2011, 14:00

Also eine bAV ist eine private Möglichkeit Ihre Rente später aufzubessern, um so die spätere Versorgungslücke schließen zu können.

Es gibt einmal die AG finanzierte bAV und einmal die AN finanzierte. Es kann auch aus beiden bestehen, aber aktuell nicht mehr wie 220€ brutto/Monat.
Sprich, Sie verdienen 2000€ brutto, davon zieht der AG direkt 220€ ab und Sie bekommen anstatt Ihre 2000€ brutto nur 1780€ brutto berechnet. Das Schöne daran ist, man spart mehr wie man eigentlich selber einzahlt.

100€ einzahlen, aber nur 50€ netto weniger haben. So macht sparen Spass.

Es gibt verschieden Durchführungswege einer bAV. Bei einer AG finanzierte hat z.B. der AN kein Anrecht auf das ersparte bis zu 5 Jahren, denn ab 5 Jahren hat der AN erst Anspruch darauf, die sogenannte Unfervallbarkeit.Es gibt die Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds......

Wenn ein AN es selbst finanziert, dann ist es eine direkte Zusage und der AN kann es auch schon im 2. Monat mit zum neuen AG mitnehmen, wenn gewünscht. Eine AG finanzierte hat vor und Nachteile.

Das Thema bAV ist weit gefächert, aber so um groben kurz und knapp erklärt.

Die Seite Links sind nur für registrierte User sichtbar. bietet Ihnen z.B. ein bAV Rechner an, wo Sie Ihr Brutto eingeben können, den Sparbeitrag monatlich und somit ein Richtwert bekommen was Sie tatsächlich vom Netto weniger haben.


Bei weiteren Fragen helfen ich gerne weiter. Bei direkten Themen einfach kurz antworten dann kann man gerne detailierte ins Thema der bAV einsteigen.
VMD Bochum
Moderat Versichert ;-)
 

Re: wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge?

Beitragvon Trevilor2000 » 03.11.2015, 23:46

Sicher, es klingt toll: Steuern und Sozialabgaben sparen und fürs Alter vorsorgen. Doch diese Gleichung der bAV geht in vielen Fällen nicht auf. Das zeigen zahllose Fälle aus der Praxis. Punkt 1: gebrochene Erwerbsbiographien. Eine gute bAV braucht einen stetigen Verlauf und regelmäßige Einzahlungen; wenn das Einkommen irgendwann wegbricht, bringen auch die Verträge häufig nur noch wenig. Punkt 2: Wer schon mal seinen Arbeitgeber gewechselt hat, weiß ein Lied von dem hin und her mit verschiedenen Verträgen zu singen. Und wer häufiger den Job wechselt, steht am Ende schlimmstenfalls mit Policen da, die kaum etwas wert sind. Nur wenige bAV-Systeme sind flexibel und lassen sich problemlos zum nächsten Arbeitgeber mitnehmen. Apropos Flexibilität: Viele Arbeitnehmer reiben sich die Augen, wenn sie erfahren, dass sie ihre bAV-Verträge nicht kündigen oder beleihen können.

So weit so schlecht – doch es kann noch schlimmer kommen. Wenn im Extremfall der Friseurin mit einem Bruttoeinkommen von 1200 Euro das Angebot für eine bAV über 240 Euro im Monat auf den Tisch liegt, sollte jedem der Irrsinn klar sein. Bei kleinen und kleinsten Einkommen wird eine bAV kaum eine auskömmliche Rente bringen. Geschweige denn, dass die Verbraucher sie bezahlen könnten. Schon gar nicht, wenn der Arbeitgeber nichts dazugibt. Ja, eine solche schlichte Gehaltsumwandlung ohne Arbeitgeberzuschuss gibt es leider häufig. Was soll da eine flächendeckende bAV?

Klar ist: Eine betriebliche Altersvorsorge nützt den Arbeitgebern, denn für die Zahlungen spart er die Sozialabgaben. Klar ist auch: Mit bAV-Verträgen lässt sich Geld verdienen, Vermittlungs- und Verwaltungsprovisionen gibt es schließlich auch hier. Sicher: Es gibt Konstellationen, Berufsgruppen und Erwerbsbiographien, bei denen die bAV auch für Arbeitnehmer eine gute Sache ist. Aber eben nicht für alle
Trevilor2000
Unterversichert ;-)
 

 


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