Zuverlässigkeit von Morgen & Morgen / Makler / Provisionen


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Zuverlässigkeit von Morgen & Morgen / Makler / Provisionen

Beitragvon Ver.unsichert » 21.09.2011, 12:16

Hallo liebes Forum!

Ich bin völlig verunsichert! Fange im November an zu arbeiten und möchte eine BU-Versicherung abschließen (schon wegen meiner Verantwortung als Alleinverdiener für meine Frau und unsere zwei Kinder).

Versichern möchte ich 3.600 Euro monatlich, beim Überschusssystem habe ich einen Sofortrabatt gewählt.

Meine Hausbank war mal die Deutsche Bank, also bin ich zunächst zur Zurich Dt. Herold (die sind wohl mit denen verbunden). Deren Angebot von rd. 192 Euro monatlicher Beiträg schien mir aber recht hoch, also habe ich übers Internet einen Versicherungsvergleich gestartet und kam daraufhin zu einem Finanzberater, der für meinen Bezirk zuständig ist. Bei seinem Vergleich ist herausgekommen, dass 21 Versicherungen billiger sind als die Zurich und mehr als die Hälfte davon angeblich auch "bessere Versicherer" sind. Der Volkswohlbund möchte nur rd. 142 Euro im Monat von mir. Dieser Vergleich basiert auf einem Rating von Morgen & Morgen. Der Volkswohlbund hatte hier genauso wie die Zurich Dt. Herold die Maximalbewertung (fünf Sterne).

Mit dem (beitragsmäßig) schlechten Abschneiden seines Arbeitgebers habe ich den Vertreter der Zurich Dt. Herold konfrontiert. Der meinte sofort, dass "bei Morgen & Morgen herauskommt, was man herausbekommen will" und dass "der Versicherungsmakler den Volkswohlbund nach ganz oben haben wollte, weil die sehr hohe Provisionen an ihre Makler zahlen".

Hallooooo??? Geht's noch??? Was ist denn hier los, habe ich mir gedacht. Wem soll man denn da noch trauen? Der Makler bezeichnet sich doch als "unabhängig" und will mir doch die für mich beste Versicherung vermitteln und nicht die für ihn beste oder?

Hat jemand da Einblick in diese "Szene"? Wenn ja, hätte ich gerne Antworten auf diese Fragen:

1) Wie zuverlässig ist eigentlich Morgen & Morgen? Warum soll ich einem Rating trauen, das von denen erstellt ist? Gibt es vielleicht objektive Anhaltspunkte (z. B. Gutachten von staatlicher Seite über Morgen & Morgen) zur Beantwortung dieser Fragen oder habt Ihr schon Erfahrungen mit Einschätzungen von Morgen & Morgen gemacht?

2) Stimmt es, dass Versicherungsmakler mir nur (oder bevorzugt) die Versicherungen empfehlen, die ihnen die höchsten Provisionen zahlen?

3) Wem kann man am ehesten trauen: Einem ("unabhängigen") Versicherungsmakler oder einem Angestellten einer Versicherung, der sein eigenes Produkt verkaufen will, oder irgendeinem Erfahrungsbericht aus dem Internet oder wem eigentlich???

Ich bin total verzweifelt und fühle mich ehrlich gesagt ziemlich "ausgeliefert".

Könnt Ihr mir helfen?

LG
Fin
Ver.unsichert
Unterversichert ;-)
 


Beitragvon VMD Bochum » 21.09.2011, 21:25

Ob seriös oder unseriös mag ich und werd ich nicht beurteilen.

Sicherlich gibt es hier und da schwarze Schafe unter uns Makler.


Kontaktieren Sie ein Makler, treffen Sie sich mit Ihm persönlich. Bauen sie eine Basis auf. Vertrauen Sie keine "onlinevergleich" da diese selten die Bedingungen vergleichen, lediglich die Beiträge.


Der Volkswohlbund ist kein schlechter Versicherer im Bereich der BU, ganz und garnicht, ich müsste sogar gucken ob die wirklich so "gut" die Provi zahlen. Den VR empfehle ich meinen Kunden, bedarfsgerecht, auch gerne. Unabhängig wieviel die zahlen. Denn ich krieg meine Kohlen vom Pool, nicht von der Gesellschaft.

Da ein Makler selbst haftet ist er schon daran gebunden was vernünftiges und bedarfsgerechtes anbieten zu müssen, viele machen es auch, aber hier gibt es leider auch die Ausnahmen.

Die Ratings mit 5 Sternen usw, ignorieren Sie bitte. Denn als Kunde weiss man eh nie, woher die Gesellschaften Ihre Sterne bekommen haben und aus welchen Kriterien diese entstanden sind.

Eine Top 10 Liste z.B. zeige ich meinen Kunden immer, sortiert nach monatlichen Beiträgen. Habe dann, aus Erfahrung, eine Top 3 heraus gearbeitet und präsentiere diese mein Kunden. Mit dem Vergleiche der Tariftexten und Bedingungen, damit der Kunde auch die transparent darin sieht und auch versteht warum ich die und die Gesellschaften empfehle.
Jeder Kd ist anders, da kann ich nicht jedem die auf´s Auge drücken wo ich als Makler die besten Provi bekomme.

Mein Tipp, kontaktieren Sie einen unabhängigen Makler und beauftragen Sie ihn mit Ihrem Wunsch zur BU.

Da ich nur Ihre gewünschte BU Rente weiß wage ich jetzt nichts über den monatlichen Beitrag zu "schätzen" , je nach Berufsgruppe, Alter, Ablaufalter etc wird dieser aber in dem Bereich schwanken.
VMD Bochum
Moderat Versichert ;-)
 

Beitragvon Borchardt » 25.09.2011, 12:13

Guten Tag,

ich würde mich weder nach Preisvergleichen noch nach irgendwelchen Ratings richten. Lassen Sie sich von einem Berater, dessen Kernkompetenzen im Bereich BU angesiedelt sind, zu den Leistungsinhalten beraten. Ein auf BU spezialisierter Makler wird in der Lage sein, Ihnen die Unterschiede der Bedingungswerke zu erklären. Eine Software wie z.B. Morgen & Morgen kann dabei ein nützliches Instrument sein, wenn es unter Berücksichtigung der Anforderungen des Kunden eingesetzt wird. Ohne Berücksichtigung Ihrer Anforderungen ist eine Software untauglich und kann im Ergebnis zu einer völlig falschen Empfehlung führen.

Der passende Tarif sollte auf der Grundlage Ihrer Vorgaben ermittelt und nicht aufgrund irgendwelcher Ratings, bei denen die Tarife meist ohne Berücksichtigung der Anforderungen des Kunden, in eine Rangliste gepresst werden. Der Beitrag ist ein nachrangiges Kriterium.

Bei den Tarifen Volkswohlbund und Zurich, die Ihnen angeboten wurden, könnte man anhand mehrerer Bedingungspunkte und Leistungsinhalte aufzeigen, dass andere Gesellschaften, bessere Regelungen haben.

Eine "Provisionsorientierte" Beratung werden Sie nur bei unseriösen Makler erhalten. Solche Makler erkennen Sie aber sehr leicht z.B. daran, dass viel mit pauschalisierenden Aussagen gearbeitet wird. Bei einem seriösen Makler können Sie davon ausgehen, dass er nicht gegen sein Berufsethos und gesetzliche Vorschriften verstoßen werden wird und es auch finanziell nicht nötig hat, seine Empfehlung nach der Provision zu richten.

Die Entscheidung Makler, Vertreter oder Versicherungsberater sollten Sie von der Qualifizierung abhängig machen. Wie gesagt: wer sich schwerpunktmäßig mit der Arbeitskraftabsicherung beschäftigt, wird in der Lage sein, Ihnen die Unterschiede verständlich zu erläutern. Nachteil des Vertreters ist sicherlich - Sie haben es in Ihrem Beitrag selbst schon geschrieben - dass der Vertreter auf die Produkte, der Gesellschaft, für die er tätig ist, beschränkt ist.

freundliche Grüße
Eckhard Borchardt
Versicherungsmakler
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Beitragvon Sabine75 » 26.09.2011, 17:36

Hallo Ver-unsichert,

es ist schon schwierig, gerade eine komplexe Versicherung wie die BU-Versicherung zu durchschauen. Dennoch haben im Prinzip alle Berufsunfähigkeitsversicherungen denselben Inhalt. Wichtig ist, dass man dich nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen kann und dass die BU-Rente später von möglichst wenigen Bedingungen abhängig gemacht wird. Ich habe vor einigen Jahren auch eine BU abgeschlossen und hatte mich mit zwei Versicherungsmaklern getroffen. Im Prinzip haben mich beide sehr kompetent und seriös beraten. Es handelte sich in beiden Fällen um bekannte Versicherungsunternehmen, die mir angeboten wurden. Da fiel es mir gar nicht so leicht, mich für einen zu entscheiden und ich habe am Ende das Unternehmen mit den günstigeren Beiträgen gewählt. Es sind ja nicht nur unseriöse Berater unterwegs. Ich würde mal sagen, das ist eher die Minderheit.

Lieben Gruß

Sabine
Sabine75
Moderat Versichert ;-)
 

Beitragvon Borchardt » 26.09.2011, 23:01

Sabine76 schrieb:
"Dennoch haben im Prinzip alle Berufsunfähigkeitsversicherungen denselben Inhalt."

Nein! Die Bedingungswerke der Gesellschaften unterscheiden sich erheblich! Und der Bedingungspunkt "Verweisung" ist nicht der entscheidende Bedingungspunkt. In diesem Punkt gleichen sich die (aktuellen) Bedingungswerke (ältere Verträge außen vor gelassen).

Es erschließt sich mir nicht, warum immer wieder auf dem Punkt abstrakte Verweisung herum geritten wird. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist längst zu einem "Standard-Kriterium" geworden. Unterschiede bestehen darin, wie bei Ausscheiden aus dem Beruf auf die Verweisung verzichtet wird: 2 Jahre, 3 Jahre? 5 Jahre? Dauerhaft? Unterschiede bestehen hinsichtlich der Regelung der "bisherigen Lebensstellung" und der "zumutbaren Einkommensreduzierung".

@Sabine75:

1.) Hat ein Bedingungswerk, dass den Verzicht auf § 163 VVG enthält, d.h. dem Kunden den Brutto-Beitrag garantiert, "im Prinzip den selben Inhalt" wie ein Bedingungswerk, welches den Brutto-Beitrag nicht garantiert?

2.) Hat ein Bedingungswerk, dass dem Versicherer ermöglicht, die BU befristet anzuerkennen und somit nach Ablauf des Anerkenntnisses der Kunde erneut die Beweislast für das Vorliegen der BU trägt, im Prinzip "den selben Inhalt", wie ein Bedingungswerk, das ohne Ausnahmen auf befristete Anerkenntnisse verzichtet?

3.) Hat ein Bedingungswerk, das bereits nach einer ärztlich nachgewiesenen mindestens 6 Monate andauernden Arbeitsunfähigkeit, die vollständige vereinbarte vertragl. Leistung erbringt, "im Prinzip den selben inhalt" wie ein Bedingungswerk ohne Leistungsanspruch bei AU?

4.) Hat ein Bedingungswerk, das dem Kunden ermöglicht, eine garantierte Steigerung der Rente nach dem Leistungsfall einzuschließen, um so den Geldwertverfall auch im Leistungsbezug auszugleichen, "im Prinzip den gleichen Inhalt" wie ein Bedingungswerk bei dem dies nicht möglich ist?

freundliche Grüße
Eckhard Borchardt
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