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Ausweichen oder nicht? Alles zur Haftung bei Tier-Unfällen

WildwechselDer Herbst naht und somit auch die Zeit der Wildunfälle: gerade in ländlichen Gebieten kommt es vermehrt zu Unfällen mit Tieren. Daher sollten Autofahrer dann ganz besonders vorsichtig fahren. Kommt es in solch einer Situation zu einem Zusammenprall mit Haarwild, zahlt in der Regel die Versicherung. Wer versucht auszuweichen, riskiert nicht nur sein eigenes Leben, sondern unter Umständen auch seinen Versicherungsschutz.

Warnschilder am Straßenrand beachten!

Im Herbst ist die Paarungszeit der Wildtiere. Diese sind dann oft abgelenkt und die Gefahr steigt, dass Autofahrer mit ihnen auf der Straße kollidieren. Meist kommt es in den frühen Morgenstunden oder in der Dämmerung zu solch kritischen Begegnungen. Weicht nun ein Autofahrer aus falsch verstandener Tierliebe dem Tier aus, kann dies gefährlich enden und er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Durch ein abruptes Ausweichmanöver riskiert der Fahrer ein Abkommen von der Fahrbahn.

Experten raten, die Warnschilder in Wald- und Feldgebieten ernst zu nehmen und die Geschwindigkeit zu senken und stets bremsbereit zu sein. Sich am Straßenrand befindliches Wild kann in der Regel durch Hupen in die Flucht geschlagen werden. Auf keinen Fall dürfen die Wildtiere durch Fernlicht geblendet werden. Denn das helle Licht sorgt dafür, dass die Tiere die Orientierung verlieren und instinktiv auf die Lichtquelle zulaufen.
Die Regulierung von Schäden durch Kollisionen mit Rehen oder Wildschweinen gehört zum Tagesgeschäft der Versicherer. Im Jahr 2010 wurden 243.000 Wildschäden von den Autoversicherern erstattet. Doch die tatsächliche Zahl der Wildschäden liegt vermutlich deutlich höher – und nicht immer zahlt auch der Versicherer. Der Autofahrer muss den Wildschaden nachweisen und seiner Teilkaskoversicherung melden – die Erstattung solcher Wildschäden ist im Leistungsumfang von Komfort- und Basisschutz der RV24 beispielsweise enthalten.

So verhalten sich Autofahrer im Falle eines Wildunfalls richtig

Grundsätzlich ist ein Wildunfall unverzüglich der Polizei zu melden und auf deren Eintreffen zu warten. Denn diese nimmt die Spuren am Fahrzeug auf und sichert die Straße, da es vorkommen kann, dass das Tier verletzt ist und flüchtet. Besonders problematisch wird es, wenn es zu keiner Kollision kommt, weil der Autofahrer diese vermeiden wollte und im Straßengraben oder gar vor einem Baum landet.
Dann geht es darum, Indizien zu sammeln. Idealerweise kann die Polizei bestätigen, dass am Wegesrand Spuren vom Wildwechsel vorhanden sind oder es ist ein Zeuge vorhanden. Kann ein Wildwechsel nicht bewiesen werden, muss die Vollkaskoversicherung eingeschaltet werden – ein teurer Spaß, da im Folgejahr die Prämie steigt und eine Selbstbeteiligung zu zahlen ist.

Insbesondere bei Kleintieren gilt: Nicht ausweichen und sich nicht selber in Lebensgefahr bringen! Doch wann gilt ein Tier als klein? Ein Wildschwein gehört sicher nicht dazu, ein Fuchs unter Umständen aber schon – hier entscheidet immer der Einzelfall! Grundsätzlich besteht nur dann ein Erstattungsanspruch über die Teilkasko, wenn mit Wildtieren kollidiert wurde.

Checkliste im Falle eines Wildunfalls

1. Polizei verständigen
2. Tier liegen lassen
3. Fotos von Unfallstelle und Fahrzeug anfertigen
4. Tier-Spuren am Auto nicht beseitigen

Bildquelle: © Photohunter – Fotolia.com
5. Versicherung informieren

Quelle: Uwe Schmidt-Kasparek, http://www.ace-online.de/ace-lenkrad/verkehr-und-umwelt/besser-nicht-ausweichen-957.html