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Hausratversicherung – richtige Versicherungssumme ermitteln

Haus mit schützenden Händen darüberDie Versicherungssumme einer Hausrat-versicherung sollte im Idealfall dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen. Doch während der Vertragslaufzeit ändert sich ständig etwas und theoretisch müsste die Summe Jahr für Jahr neu berechnet werden. Wie lässt sich nun die perfekte Versicherungssumme errechnen?

Zwei Wertbestimmungsmethoden möglich

Generell gibt es zur Berechnung der Versicherungs-summe zwei unterschiedliche Methoden:

  1. Die Ermittelung nach der Wertsumme des Hausrats.
  2. Das Bestimmen des Wertes nach Quadratmetern.

Am einfachsten ist die Wertermittlung per Quadratmeter: Pro qm wird je nach Versicherer ein Wert zwischen 500 bis 650 Euro angesetzt. So ergibt zum Beispiel eine Wohnung mit 100 Quadratmetern eine Versicherungssumme zwischen 50.000 und 65.000 Euro. Die schwierigere Methode ist die tatsächliche Wertermittlung aller Haushaltsgegenstände. Immerhin 76,5 Prozent der deutschen Haushalte besitzen eine Hausratversicherung, um im Schadenfall Schäden aus Leitungswasser, durch Feuer, Unwetter oder Einbrecher ersetzt zu bekommen. Im Jahr 2010 zahlten die Versicherer aufgrund solcher Policen 24,8 Millionen Euro an die Geschädigten.

Mit Quadratmeter-Methode ist der Versicherungsnehmer auf der sicheren Seite

Im Idealfall entspricht die Versicherungssumme exakt dem tatsächlichen Wert des Hausrats. Doch in der Praxis sieht das gewöhnlich anders aus, denn in den meisten Fällen sind die Versicherungsnehmer entweder über- oder unterversichert. Während im Falle einer Überversicherung für den Kunden im Ernstfall keine Nachteile entstehen, außer dass er zu hohe Beiträge zahlt, kann eine Unterversicherung erhebliche finanzielle Folgen mit sich bringen. Denn ist der Hausrat tatsächlich doppelt so viel wert wie angegeben, bleibt der Kunde auf der Differenz zwischen Versicherungssumme und tatsächlichem Wert des Hausstands prozentual sitzen. Dies gilt übrigens auch dann, wenn nicht der gesamte Hausrat zerstört und die Gesamtsumme nur zu einem Bruchteil erreicht wird. Erleidet zum Beispiel die 10.000 Euro teure Hi-Fi-Anlage einen Wasserschaden, wird im obrigen Fall auch nur die Hälfte erstattet, also 5.000 Euro. Der Hausrat war schließlich um 50 Prozent unterversichert.

Auf den Wiederbeschaffungswert beachten

Um solche Horrorszenarien zu vermeiden, sollten Versicherungsnehmer mindestens alle zwei Jahre ihren Hausrat durchforsten und eine Inventarliste anfertigen. Dabei ist zu beachten, dass der Versicherer nicht den Zeitwert, sondern immer den Wiederbeschaffungswert ersetzt. Wichtig ist dies im Fall von Gegenständen, die im Alter im Wert steigen, wie zum Beispiel Antiquitäten oder Kunstgegenstände. Besonders wertvolle Stücke sollten fotografiert werden. Am häufigsten werden Kleidung und Elektrogeräte falsch eingeschätzt: Wer den Arbeitsaufwand dieser regelmäßigen Aktualisierung der Inventarliste scheut, kann ganz einfach drohende Abzüge wegen Unterversicherung vermeiden. Denn wer seinen Hausrat nach der Quadratmetermethode versichert hat, kann in der Regel davon ausgehen, dass die Versicherungsgesellschaft sich nicht im Fall eines Falles auf eine Unterversicherung beruft und Kürzungen vornimmt.

Bildquelle: © jogyx – Fotolia.com

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)