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Kritik an Rentenreform der Großen Koalition steigt

ältere menschen in der natur unterwegsDie Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) sowie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) warnte vor den versteckten Extrakosten der Rentenreform. Nun haben auch die Bundesagentur für Arbeit und die Arbeitgeber herausgefunden, dass zukünftig Rentner deutlicher zur Kasse gebeten werden.

Nach GDV müssen mehr Anreize für eine Eigenvorsorge geschaffen werden

Erst kürzlich verabschiedete das Bundeskabinett ein Rentenpaket, das sogenannte Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungs-Gesetz. Mit dieser Gesetzesänderung wurde die Erhöhung der Mütterrente für alle Frauen, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, eine Verbesserung der Erwerbsminderungsrente sowie eine Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren beschlossen (sofern 45 Beitragsjahre nachgewiesen werden können).

Um diese Reformen finanzieren zu können, wurde rückwirkend zum 01.01.2014 der Beitragssatz zur Rente bei 18,9 Prozent eingefroren. Eigentlich hätte eine Absenkung auf 18,3 Prozent aufgrund der Überschreitung der Nachhaltigkeitsreserve erfolgen müssen. Diese betrug Ende 2013 rund 31 Milliarden Euro und überschritt mit 1,7 Milliarden Euro an monatlichen Ausgaben die Monatsreserven zwischen 20 und 150 Prozent deutlich. Auch wenn das Reformpaket gemäß der Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles für mehr Rentengerechtigkeit sorgt, üben verschiedene Institute und Verbände scharfe Kritik, so auch die Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV).

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. äußert sich kritisch

Dr. Alexander Erdland, Präsident des GDV, bedauert beispielsweise, dass für die jüngere Generation keine zukunftsweisenden Elemente auf der Agenda enthalten seien. Insbesondere im Hinblick auf die demografische Entwicklung sei die Vorsorge nicht mehr kapitalgedeckt. Stattdessen ist der Arbeitslohn mit höheren Steuern und Beitragssätzen belastet.

Bleibt eine ergänzende Vorsorge aus, sind die zukünftigen Rentner von Altersarmut bedroht. Aus diesem Grund fordert Erdland die Politik auf, dass Anreize zu einer ergänzenden privaten und betrieblichen Vorsorge geschaffen werden. Daher ist es inzwischen notwendig geworden – will man im Alter seinen gewohnten Lebensstandard weiterführen – privat vorzusorgen, beispielsweise durch eine Kapital-Lebensversicherung. Interessierte finden hier mehr zu Versicherungen auf Finanzcheck.de.

Focus-Online kritisierte erst kürzlich, dass der Rentenversicherungs-Beitragssatz entgegen den gesetzlichen Bestimmungen nicht abgesenkt, sondern bei 18,9 Prozent eingefroren wird. Dadurch falle die zukünftige Rentenerhöhung niedriger aus. Auch von der INSM hagelte es Kritik: die gestoppte Senkung des Rentenbeitrages fände in der Bevölkerung keine Zustimmung!

Eine Umfrage hat ergeben, dass rund 50 Prozent der Befragten nicht mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind. Die Befragung wurde von TNS Emnid unter 1.007 Bundesbürgern durchgeführt. Ebenfalls warnt die Bundesagentur für Arbeit vor den in Milliardenhöhe entstehenden Extrakosten, wenn die Rente mit 63 eingeführt wird. Denn gibt nur jeder siebte Rentner mit einem Anspruch auf Rente mit 63 bereits mit 61 Jahren seinen Job auf, so koste dies den Bürgern knapp eine Milliarde Euro an zusätzliches Arbeitslosengeld. Und macht dies bereits jeder vierte Anspruchsberechtigte, sind es bereits 1,7 Milliarden Euro!
Nach Berechnungen des BDA fallen demnach die Rentensteigerungen bis 2030 als Folge des neuen Rentenpakets um knapp 55 Milliarden Euro geringer aus. Dadurch tragen alleine die Rentner rund ein Drittel der Kosten von über 160 Milliarden Euro der geplanten Leistungsverbesserungen für langjährige Versicherte, Mütter und Erwerbsgeminderte.

Bildquelle: © drubig-photo – Fotolia.com