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Neue Versicherung finden: Welches ist der richtige Weg?

VersicherungsschutzWie finden Verbraucher ihre Versicherung? Dafür gibt es verschiedene Wege: Einen Online-Vergleich benutzen, direkt beim Versicherer abschließen oder einen Versicherungsmakler bemühen. Alle diese Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Nachfolgend ein kleiner Ratgeber für den Weg zur richtigen Police.

Allianz streicht Stellen

Immer weniger Verbraucher wählen offenkundig den Weg über einen Versicherungsvertreter. Aus diesem Grund verkündete auch die Allianz kürzlich, 360 Stellen im Versicherungsvertrieb zu streichen – ebenso wie ein Drittel aller Geschäftsstellen. Das so eingesparte Geld soll unter anderem in eine Videoberatung und einem Facebook-Kanal investiert werden.

Früher war es üblich, dass Versicherungen bei entsprechenden Vertretern abgeschlossen wurden, die von der Anzahl ihrer Abschlüsse lebten. So war es nicht selten, dass ein Versicherungsvertreter wegen einer neuen Hausratversicherung angerufen und ins Haus gebeten wurde, und dieser dann den Kunden mit dem zusätzlichen Abschluss einer Haftpflichtpolice verließ. Doch immerhin hatten Kunden so einen Ansprechpartner und eine Kontaktperson, die Auskunft gab und die notwendigsten Versicherungen erläuterte.

Versicherungssuche und Abschluss heute

Inzwischen hat sich viel verändert: Im Internet erfährt der Verbraucher, welche Policen wichtig sind und wo er einen Online-Vergleichsrechner findet. Für Versicherungsprodukte mit entsprechendem Beratungsbedarf gibt es immer noch entsprechende Ansprechpartner, zum Beispiel Versicherungsmakler.

Simple Versicherungsprodukte wie zum Beispiel eine Haftpflicht, können Verbraucher auch sehr gut „von der Stange“ kaufen. Sie kosten nur rund fünf bis sechs Euro im Monat. Gute Informationen liefern auch unabhängige Zeitschriften wie die Stiftung Warentest. Andere Produkte sind individueller und müssen auf die Bedürfnisse des jeweiligen Versicherungsnehmers angepasst werden, wie die Hausrat– oder Kfz-Versicherung. Um dem Angebotschaos zu entgehen, sind Vergleichsrechner eine gute Möglichkeit.

Preis- und Versicherungsvergleiche werden von diversen Online-Portalen angeboten. Dort finden Interessenten zudem in der Regel auch noch weitere wichtige Informationen. Wie ein Makler vergleichen diese Rechner die Versicherungen, der Verbraucher muss nur an der richtigen Stelle ein Häkchen setzen, um einen optimalen Vergleich zu erhalten.

Komplexe und betreuungsintensive Versicherungen bleiben beim Versicherungsvertreter

Durch die oben genannten Lösungen verbleiben beim klassischen Versicherungsvertreter noch die besonders betreuungsintensiven und komplexen Produkte, wie die Altersvorsorge oder die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dafür ist eine gewisse Betreuung und Beratung nötig. Erfolgreiche Versicherungsberater schwenken übrigens auch hier um. YouTube, Skype und Facebook heißen die neuen Vertriebskanäle. Anstatt des unpersönlichen Telefonats erfolgt die erste Kontaktaufnahme per Skype – stimmt alles, kommt ein Besuchstermin zustande.

Im Gegenzug müssen die Versicherungskonzerne begreifen, dass auch eine Kundenberatung und -betreuung entsprechend vergütet werden muss und nicht nur alleine der Abschluss. Ein Vorbild dazu stammt aus anderen Ländern: In Großbritannien und in den Niederlanden ist eine Verkaufsprovision für Versicherungen inzwischen verboten. Statt einer versteckten Vermittlungsprovision erfolgt die Zahlung eines Honorars für die Beratung.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)

Bildquelle: #65302633 | © anyaberkut – Fotolia.com