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Unfallversicherungen mit den meisten Beschwerden 2014

GipsarmDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) hat 2014 rund 300 Beschwerden von Verbrauchern über ihren Unfallversicherer bearbeitet – etwa 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei gab es die höchste Beschwerdequote (gezählt wurden die Beschwerden pro 100.000 Policen) für die Hansemerkur Allgemeine. Die Branchengrößten wiesen fast alle niedrige Werte auf – Ausnahme stellte lediglich die Ergo dar, die über dem Branchendurchschnitt lag.

Ein Sechstel Beschwerden mehr

Aus den kürzlich veröffentlichten BaFin Zahlen geht hervor, dass 2014 mit exakt 313 Beschwerden die Zahl der Beanstandungen seit dem Jahr 2008 wieder erstmalig angestiegen ist – zuvor war ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. 2008 lag der Wert mit fast 800 Beschwerden in der Beschwerdestatistik noch mehr als doppelt so hoch. Trotzdem bleiben die Beschwerden in Relation zum Vertragsbestand der Versicherer von 26,5 Millionen zum Jahresende 2013 noch immer gering. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in seinem Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft ermittelte, liegt die Quote bei verschwindend geringen 0,0012 Prozent. Das sind 1,2 Beschwerden pro 100.000 Versicherungen und somit 0,2 mehr als im Jahr 2013 (1,0).

Versicherer mit den meisten Beschwerden

Sechs der 64 aufgeführten Unfallversicherer hatten eine Beschwerdequote von mehr als 3,0. Auf den höchsten Beschwerdestand kam dabei die Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG mit etwas unter sechs Beschwerden pro 100.000 Policen. Dicht gefolgt von der Bayerischen Beamten Versicherung AG mit mehr als vier Beschwerden. Die Targo Versicherung AG und die Universa Allgemeine Versicherung AG sowie die Janitos Versicherung AG wiesen mit Werten, die zwischen 3,9 und 3,1 lagen, ebenfalls im Vergleich hohe Beschwerdequoten auf.

So schnitten die Branchenriesen ab

Die nach Beitragseinnahmen gemessenen acht größten Versicherungsanbieter mit einem Marktanteil von über drei Prozent wiesen durchwegs nur sehr geringe Beschwerdequoten auf. So konnte die BaFin bei der Debeka Allgemeine Versicherung AG lediglich 0,11 Eingaben pro 100.000 Policen vermelden. Die Quote der R+V Allgemeine Versicherung AG sowie der Generali Versicherung AG lagen bei unter 0,5. Nur die Ergo Versicherung AG lag mit einer Beschwerdequote von 1,74 über dem Durchschnitt der Branchenriesen.

Diese regelmäßig veröffentlichte Beschwerdestatistik soll Verbrauchern gemäß der BaFin als Indikator über die Qualität sowie der Größe des Versicherungsgeschäfts dienen. Allerdings weist die Aufsicht auch auf eine begrenzte Aussagekraft hin, da sich anhand der Statistik nicht feststellen lässt, ob die Beschwerde überhaupt gerechtfertigt sei oder eben nicht.

Ein weiterer Knackpunkt: Die Beschwerdezahl des laufenden Jahres wird ins Verhältnis zum Vorjahresende gesetzt. So haben stark expandierende Versicherungsunternehmen Nachteile, wenn sich im laufenden Jahr der Bestand erhöht, aus dem die Beschwerden resultieren. Doch dieser findet sich nicht in der Statistik wieder und die Quote fällt automatisch höher aus. Ein weiterer Nachteil: Versicherer ganz ohne Beschwerden tauchen in der Statistik überhaupt nicht auf.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)

Bildquelle: #83805884 | © Andrey Popov – Fotolia.com