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Versicherer wollen teure Gebäudepolicen loswerden

Hochwasser und Überflutung - RegensburgDas Versicherungsjahr 2013 war geprägt durch hohe Unwetterschäden, die in die Bilanzen der Gebäudeversicherer tiefe Löcher rissen. Dadurch dürften die Beiträge der Policen in Zukunft deutlich steigen und einige Gebäudeversicherungs-Anbieter ziehen die Notbremse und drohen mit Kündigung des Vertrags.

Das Jahr 2013 war von einer Serie heftiger Unwetter geprägt, die die Versicherer in Atem hielten: im Frühjahr Wassermassen, Hagel im Sommer und im Herbst Orkane. Doch dieses Mal richteten die Auswirkungen der Wirbelstürme und Überschwemmungen keine Schäden in fernen Ländern an, sondern direkt vor unserer eigenen Haustür.

Arno Junke, Chef der Deutschen Rückversicherung, zu den Naturkatastrophen: „Bis auf Erdbeben hatten wir alles“. In einigen Versicherungssparten schreiben die Versicherungsgesellschaften bereits ohne solche Katastrophen rote Zahlen und dies bereits seit einigen Jahren. Daher stiegen die Versicherungsprämien bei vielen Gebäudepolicen für das Jahr 2014 an.

Die Orkane „Andreas“, „Manni” und „Ernst” schlugen besonders stark zu. Wintergärten gingen zu Bruch, Hunderttausende Autos wurden durch fliegende Äste und Dachziegel zerbeult und diverse Hagelstürme im Sommer, bei denen teilweise tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel fielen, sorgten für weitere Schäden. Diese summierten sich nach einer Schätzung des Rückversicherers Hannover Rück auf 3,2 Milliarden Euro.
Die Versicherungsbranche musste Schätzungen zufolge zusammen mit den Flutkatastrophen im Mai und Juni sowie den Stürmen im Oktober und zum Ende des Jahres Katastrophenschäden von über 6,5 Milliarden Euro erstatten.

Kündigung der Gebäudeversicherung droht

Bereits seit zwölf Jahren schlagen Unwetter überwiegend in der Gebäudeversicherungsbranche zu Buche und die Einnahmen reichen schon lange nicht mehr aus, um zumindest die Aufwendungen zu decken. Rund ein Drittel mehr wird für Schäden, Vertrieb und Verwaltung ausgegeben, als an Beiträgen eingenommen werden. Dadurch fehlt der Branche in dem Segment der Gebäudeversicherung rund zwei Milliarden Euro. Dass die Verluste bereits seit Jahren von den Versicherern hingenommen werden liegt daran, dass Altverträge keine Preisanpassung erlauben. Dazu müsste der Versicherer kündigen und teurere neue Policen anbieten. Dadurch wird jedoch die Kundschaft verärgert, welche vermutlich zur Konkurrenz wechseln wird.

Der Versicherer Ergo beispielsweise droht 120.000 Versicherungsnehmern mit Kündigung, wenn diese die Preiserhöhung ihrer alten Gebäudeversicherung nicht akzeptieren. Auf diese Weise will das Unternehmen bis Ende 2014 alle Altverträge beenden. Und auch den rund 15.000 Allianz-Versicherungsnehmern aus den neuen Bundesländern mit alten Verträgen flatterte bereits im September letzen Jahres unliebsame Post ins Haus. Hier galt ebenfalls: Wer sich nicht mit gestiegenen Beiträgen und höheren Selbstbehalten einverstanden erklärt, steht dieses Jahr ohne Versicherungsschutz da.

Auch Kfz-Versicherungen wurden teurer

Bereits 2013 waren viele Autoversicherungen nach einem jahrelangen Preisdumping erstmals wieder spürbar teurer geworden. Aufgrund der Hagelschäden im letzen Jahr wird die Preiserhöhung aber vermutlich nicht ausreichen, um die Mehraufwendungen der Unwetterkatastrophen zu decken.
Daher sind die Beiträge der Haftpflicht im Schnitt um 3,4 Prozent angestiegen und in der Teil- und Vollkasko wird mit Steigerungen von bis zu sieben Prozent gerechnet – und die betrifft nicht ausschließlich Neukunden, sondern auch Bestandskunden.

Tipp: Was im Falle eines Unwetterschadens von den Betroffenen zu unternehmen ist, erläutern die Experten von www.finanzcheck.de.

Bildquelle: © Gabriella88 – Fotolia.com