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Versicherungssumme für die Hausratversicherung ermitteln – so klappt’s

Feuerwehrmann mit Atemschutz am FensterEigentlich ist es logisch, dass eine Hausratversicherung über die richtige Versicherungssumme abgeschlossen wird. Doch in der Praxis sieht das leider anders aus: Versicherungs-Experten fanden heraus, dass nur etwa zehn Prozent aller Policen die richtige Versicherungssumme aufweisen. Der Rest ist entweder über- oder unterversichert.

Was passiert im Fall einer Über- oder Unterversicherung?

Bei einer Überversicherung drohen im Fall eines Falles keine Nachteile – einzig, dass der Kunde über Jahre hinweg zu hohe Beiträge gezahlt hat. Doch gänzlich anders gestaltet sich eine etwaige Unterversicherung: Sie kann im Schadensfall für einen erheblichen finanziellen Verlust sorgen. Denn beläuft sich beispielsweise die Versicherungssumme nur auf 30.000 Euro und ist der Hausrat tatsächlich doppelt so viel wert, verliert der Versicherungsnehmer 30.000 Euro, wenn ein Leitungswasser- oder Feuerschaden die komplette Einrichtung vernichtet.

Selbst bei geringfügigen Schäden kann eine Unterversicherung erhebliche Folgen haben – dafür müssen nicht die gesamten Einrichtungsgegenstände vernichtet werden. Implodiert beispielsweise der Fernseher, ersetzt die Versicherungsgesellschaft im Regelfall den Schaden nur anteilig. Im Falle eines 3.000 Euro teuren Fernsehers und einer um 50 Prozent zu geringen Versicherungssumme bedeutet das, dass die Versicherung lediglich 1.500 Euro ersetzt.

Für die Ermittlung der Versicherungssumme: Wiederbeschaffungswert beachten

Die beste Methode, solche finanziellen Katastrophen zu vermeiden ist es, den Hausstand regelmäßig alle zwei bis drei Jahre zu kontrollieren und eine Inventarliste zu erstellen. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht der Zeitwert Berücksichtigung findet, sondern der Wiederbeschaffungswert. Das wirkt sich besonders bei Gebrauchsgütern aus, die im Laufe der Jahre in ihren Anschaffungskosten steigen. Bei besonders wertvollen Stücken raten Experten dazu, diese auch per Foto zu dokumentieren.

Tipp: Abzüge wegen einer Unterversicherung lassen sich recht einfach vermeiden, insbesondere dann, wenn auf eine regelmäßige Überprüfung der Inventarliste verzichtet werden soll. Dann reicht es, wenn pro qm Wohnfläche ein Pauschalbetrag von mindestens 650 Euro vereinbart ist. Allerdings sollte die Gesellschaft diese Vorgehensweise bestätigen, um zu vermeiden, dass sich der Versicherer im Ernstfall auf eine Unterversicherung beruft.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)

Bildquelle: #42274107 © AK-DigiArt – Fotolia.com